ISDN-TK-Anlage durch neue Anlage für VoIP ersetzen

taocp

Neuer User
Mitglied seit
3 Mai 2016
Beiträge
3
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
0
Hallo beisammen,

bei meinen Eltern haben wir kürzlich von ISDN auf VoIP bei der Telekom umgestellt. Als Router fungiert eine Fritzbox 7490 im Keller neben einer alten ISDN-Telefonanlage. Besagte Telefonanlage verteilt insgesamt vier Nummern auf 10 Räume im Haus (verteilt über drei Stockwerke) und ist ziemlich alt (Emmerich ISTEC 1008). Ich würde diese Anlage gerne gegen eine neue ersetzen, bei der ich die Konfiguration selbst vornehmen kann, also bspw. irgendwann die Zuordnung von Nummern zu Räumen ändern. Ferner scheint auch die Rufnummernanzeige (CLIP) aufgrund dieser Anlage oder der Konfiguration darin nicht zu funktionieren, was meine Mutter sehr bedauert. ;-)

Da ich kein Telefonie-Experte bin nun die Frage: geht das verhältnismäßig einfach und wenn ja, zu welcher Anlage würdet ihr mir raten?
 
Grundsätzlich ist die Antwort auf die Frage nach Einfachheit ein klares: Jein.
Ich unterstelle jetzt mal, dass die Telefone im Hause und die zugehörige Verkabelung entweder analog oder ISDN sind. Wenn dem so ist und keine grundlegende Umstellung auf VoIP erfolgen soll, musst Du schauen, ob und wenn ja welche "klassische TK-Anlage" in Frage kommt. Das Problem dabei dürfte sein, dass die Teile auch Geld kosten und es ggf. angesichts der Tatsache, dass extern schon VoIP läuft ggf. sinnvoller wäre, intern auch umzurüsten. Sollte in den entsprechenden Räumen bereits Ethernet liegen, würde das die Sache vereinfachen, da man dann nur über die Endgeräte redet.
Faktisch ist es so, dass Du bei VoIP-basierenden Anlagen - von denen es jede Mange Varianten gibt - die volle Flexibilität hast und die Konfiguration jederzeit nach Deinen Wünschen anpassen kannst.

Was letztlich aus Gesamtsicht das Sinnvollste ist, könnt ihr nur vor Ort entscheiden, da spielt nicht zuletzt auch das Alter der vorhandenen Telefone eine Rolle nebst den Ansprüchen an die künftige Lösung.
 
Wenn DECT-Geräte in Frage kommen und das Haus nicht allzu groß ist, könnte man überlegen, 3-4 Mobilteile anzuschaffen und die FB ins EG oder OG zu setzen, fertig.
 
Vielen Dank für eure Antworten. Eine reine DECT-Lösung scheint mir leider nicht ausreichend zu sein, da das Haus doch ziemlich groß ist und viel Stahlbeton im Einsatz ist. Im Haus sind übrigens 8 analoge Anschlüsse über die ISTEC-Anlage im Keller angeschlossen. Die Endgeräte sind teilweise recht alt (maximal 20 Jahre, müssten Siemens Euroset (815 ähnlich) sein), teilweise jünger als vier Jahre.

Wir haben tatsächlich vor vielen Jahren in vier Räume (drei im EG, einer im OG) Ethernet bis in den Keller verlegen lassen, allerdings eben auch noch nicht in alle Räume. Die anderen Räume damit noch auszustatten erscheint mir ein sehr großer Aufwand zu sein. Alternativ könnte sich für die VoIP-only-Lösung anbieten, die restlichen Räume über Powerline mit Ethernet zu versorgen. Was meint ihr -- könnte das ein gangbarer Workaround sein.

Könnte denn die Fritzbox prinzipiell die einzelnen Endgeräte als Schaltzentrale so versorgen, dass weiterhin in verschiedenen Räumen (also Endgeräte mit verschiedenen IPs) unterschiedliche Rufnummern zugeteilt sind?

Als zweite Möglichkeit sehe ich ein Firmware-Update der alten Telefonanlage. Vorteil wäre, dass alle alten Endgeräte und Anschlüsse genutzt werden könnten, wie bisher. Risiko besteht dann darin, die alte Konfiguration zu zerschießen und blöd dazustehen. Die acht analogen Anschlüsse, die in die ISTEC 2008 zusammenlaufen müsste man immerhin auch nicht neu verkabeln.

Als dritte Möglichkeit käme mir eine gänzlich neue Telefonanlage in den Sinn. Hier müsste ich aber dann alle analogen Anschlüsse neu verkabeln und die Konfiguration selbst vornehmen. So eine Auerswald-Telefonanlage kostet immerhin ja auch schon rund 500 Euro.
 
Sind die Telefondose alle 4 adrig verkabelt? Dann kannst du darüber Fast-Ethernet machen.
 
Fritzbox verkaufen und eine bintec be.IP plus einsetzen. Dabei handelt es sich um einen vollwertigen Router mit TK-Anlage (4 analoge Anschlüsse sowie 2 ISDN Anschlüsse) und über eine DECT-IP Basisstation oder IP-Telefone ist sie flexibel erweiterbar.
 
Fritzboxen können auch als IP-Client laufen und je nach Ausstattung DECT/Analog/ISDN-Telephone versorgen.
Man bekommt gerade ältere Fritzboxen sehr günstig gebraucht.
Insofern stellt sich für mich die Frage, warum Du nicht in die jeweiligen Etagen jeweils eine FBF mit DECT (ab FBF 72xx) setzt, damit sollte die Hausabdeckung kein Problem sein.
Ich selbst setze verteilt Fritzboxen ein, die sowohl als DECT-Basis in der Etage, als auch als WLAN-AP, als auch als TAE für analoge Telephone dienen. Ich habe Fachwerk mit teilweise auf Streckmetall verputzten Wänden, dagegen ist Stahlbeton fast wie Glas, was die Durchlässigkeit angeht...
Die Fritzboxen können entweder als Nebenstelle (IP-Telephon) der 7490 betrieben werden, ggf, direkt beim Provider angemeldet werden oder natürlich auch an einer eigenen VoIP-Telephonanlage betrieben werden (z.B. Asterisk). Da das alte System nicht außer Betrieb gesetzt werden muss, kann man sanft migrieren, während der Umstellung ist nur die interne Telephonie eingeschränkt.

Da man heutzutage mit Smartphones etc. kaum ohne WLAN auskommt und DECT bessere Reichweite als WLAN hat, sehe ich eigentlich kein Problem. Es gibt übrigens auch WLAN-VoIP-Telephone.
 
Bei soviel en Nebenstellen ist eine FB als Telefonanlage vielleicht nicht die richtige Wahl, falls DECT wirklich nicht möglich ist.
 
Danke für die zahlreichen Anregungen. Das mit der bintec klingt auch interessant, wenngleich ich die Fritzbox schon sehr gerne hab.

Was mir noch nicht klar ist: Im Keller kommen insgesamt 8 Kabelstränge zusammen, die über besagte ISDN-TK-Anlage individuell auf vier Nummern verteilt werden. Die Fritzbox hätte zwei analoge Anschlüsse, die bintec be.IP plus derer vier. Würde das damit überhaupt funktionieren? Als Laie denke ich mir: wahrscheinlich ließen sich mehrere Kabelenden über Adapter auf einen Ausgang legen, dann kann darüber aber wahrscheinlich nicht mehr parallel telefoniert werden (Multiplex). Oder?
 
Es wollte wahrscheinlich niemand hier, dass 10 Analog-Telefone betrieben werden, dort wäre diese Beschränkung gegeben. Daher bspw. die Frage nach der Verkabelung und vorhandenen Telefonen.
 
Wenn die 8 Kabelstränge alle nur 2 - adrig sind, dann brauchst du eine andere Lösung.
 
wie gesagt, eine Lösung sind weitere FBF als IP-Client. Ich hatte vor einiger Zeit z.B 2 7170 hinter einer 7390 in Betrieb (2×3+2=8 Analoggeräte). Da jede FBF direkt beim VoIP-Anbieter registriert war, gabs keine Probleme mit gleichzeitigen Telephonaten. Interne Anrufe sind dann aber komplizierter (am einfachsten nimmt man externe Nummern auch intern).
Als Telephonanlage kann man aber auch Asterisk nehmen, für jedes interne Telephon richtet man dann eine Nebenstelle ein, an die sich die jeweilige FBF anmeldet.
Im Prinzip dienen die zusätzlichen FBFen nur als ATA/ITA/DECTTA; man kann genauso IP-Telephone nehmen. 7170er bekommt man für 5-10€ gebraucht, dafür bekommt man kein SIP-Telephon.
 
Kostenlos!

Statistik des Forums

Themen
248,906
Beiträge
2,304,686
Mitglieder
378,614
Neuestes Mitglied
B16811