Ich meinte einen Router zwischen CMTS und Internet.
Das sehe ich allerdings tatsächlich Probleme in der Realisierung, vielleicht bin ich auch nur zu phantasielos ...
Wenn ein solcher Router gezielt für eine einzelne IP-Adresse (wir nehmen mal der Einfachheit halber IPv4) die Bandbreite begrenzt, dann heißt das ja noch lange nicht, daß das nachgelagerte CMTS auch tatsächlich die Daten in der gleichen Geschwindigkeit an das CM des Kunden ausliefern kann, mit der der Router die Daten an das CMTS sendet. Der Router dürfte eher wenig Ahnung von der konkreten Auslastung der Kanäle im Segment haben und die hat nun einmal direkte Auswirkungen auf die Verzögerung der Pakete (und damit den tatsächlichen Durchsatz als "packets/s" bzw. "bytes/s") zum CM. Das ist auch nie ein konstanter Wert, wegen des "shared medium"-Charakters eines Kabel-Segments schwankt das stark, je nachdem wie hoch die momentane Last ist.
Wenn dann ein Router bei einem 32 MBit/s-Anschluß schon den Durchsatz in Richtung Kunde entsprechend auf 32 MBit/s begrenzt, kommt beim Kunden eben nur noch unter absolut idealen Bedingungen die gebuchte Bandbreite auch tatsächlich an. Das, was ansonsten über das "Mitteln" der verfügbaren Bandbreite möglich ist (eben mal 10 Sekunden 48 MBit/s und dann mal wieder für 10 Sekunden nur 16 MBit/s, weil das CMTS keine "bonding channels" frei hat - ergibt in den 20 Sekunden eben auch 32 MBit/s im Mittel), das funktioniert dann aber nicht mehr und der Kunde landet eigentlich immer unterhalb der gebuchten (mittleren) Bandbreite. Läßt der Router mehr durch (und gibt das Segment es her), kann das CM das eben wieder bis zu dieser "Schmerzgrenze" ausreizen. Die Steuerung der verwendeten Kanäle zwischen CMTS und CM erfolgt - nur nach meinem Verständnis, ich lasse mich gerne mit entsprechender Quelle eines Besseren belehren, ich bin auch kein Mitarbeiter in der Technik eines KNB - nur über die Konfiguration des CM. Das CMTS macht einfach so viel, wie es kann ... wie gesagt, soweit ich das verstehe - ich habe auch beileibe nicht alles in den DOCSIS-Spezifikationen gelesen, nur das, was mich bei der FRITZ!Box weiter bringen konnte.
Es ist logischerweise tatsächlich kein Problem, ein beliebiges Gerät zu verwenden, wenn erstens die MAC-Adresse akzeptiert wird und zweitens der Anbieter das verwendete Modem tatsächlich anhand der Vendor-ID beim DHCP-Request identifizieren kann. Das meinte ich aber auch damit, daß das "Cloning" einer reinen MAC-Adresse eben - je nach Provider und Unterschieden zwischen den beiden Geräten, also Original und Klon - nicht funktioniert, wenn es zwei vollkommen unterschiedliche Geräte mit unterschiedlichen Möglichkeiten (und Konfigurationseinstellungen) sind. Das Klonen einer FRITZ!Box mit einer MAC-Adresse eines Cisco EPC3212 dürfte nur in den allerseltensten Fällen zu einer funktionierenden Telefonie-Einstellung in der FRITZ!Box führen, weil das EPC (wieder nur soweit ich mich richtig erinnere) gar kein SIP macht, sondern H.323. Klont man hingegen eine EPC-MAC-Adresse auf ein anderes EPC3212, dann sind die verfügbaren Funktionen (und die Art der Konfiguration) ja praktisch identisch ... das meinte ich mit meiner Bemerkung an chatty ausdrücklich nicht, das ging mehr in die Richtung der (inzwischen abgeebbten) Nachfragen (EDIT: nicht von chatty, damit das niemand mißversteht), wie man die MAC-Adresse des Cisco-Modems in die bei eBay preiswert erstandene FRITZ!Box bekommt.
Und auch in den USA hat sich meines Wissens die Lage mit der Einführung von DOCSIS3 und signierten CM-Konfigurationen einigermaßen gewandelt, irgendwo habe ich mal im Netz einen Bericht vom CTO eines Kabelproviders in den USA gelesen, wo der ein wenig (natürlich nicht detailliert) die möglichen Maßnahmen gegen "Leistungsmißbrauch" beschreibt. Ansonsten wird das Stehlen von Leistungen normalerweise über "Baseline Privacy Interface" (später auch BPI+, seit DS3 dann SEC) ver- oder zumindest behindert und gerade in den USA wird das seit Bestehen und auf Grundlage des DMCA auch stark verfolgt, was dann z.B. zu
solchen Meldungen führt. Bis zu sieben Jahren für 4 getätigte Verkäufe und max. 26 (7 im Auto, 19 in der Wohnung) weitere geplante (aber eben noch nicht vollendete) nachweisbare Taten ist sicherlich happig, aber die Lobby in den USA ist auch echt heftig und DMCA kann man offenbar ohnehin
für alles nutzen. Fehlt uns nur noch ein TTIP ...
In D stellt sich die Frage meines Wissens bisher eher nicht ... welche Gesetze dem am Ende entgegenstehen, wird sich mit der Öffnung des Marktes garantiert auch schnell zeigen, denn das Erschleichen solcher Leistungen ist genauso ein "Sport" (einfach weil es gehen könnte), wie das Card-Sharing bei PayTV-Angeboten. Das muß man weder gut finden noch unterstützen, es ist einfach die Realität und die sollte man zumindest zur Kenntnis nehmen.
Wer etwas zu den Problemen von "DOCSIS cloning and theft" lesen will, findet unter cedmagazine.com einige interessante - aber durchaus interessengesteuerte und damit nicht wirklich objektive - Artikel zu dieser Problematik.