Monopolkommission: Telekom behindert Internet-Telefonie

supasonic

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Monopolkommission: Telekom behindert Internet-Telefonie

Die Internet-Telefonie in Deutschland wird nach Ansicht der Monopolkommission durch die Deutsche Telekom behindert. Das unabhängige Beratungsgremium verlangte am heutigen Mittwoch in Berlin, die bislang übliche Koppelung des herkömmlichen Telefonanschlusses mit dem DSL-Anschluss aufzuheben. [...]
Ganzer Artikel bei Heise
 
Solange elementare Fragen nach der zugesicherten Verfügbarkeit, die Abnahme der VoIP-Lösungen durch Sachverständige, die Einhaltung der Qualitätsmaßstäbe des Festnetz (u.a. was die Genauigkeit der Rechnungslegung betrifft - nicht umsonst müssen Festnetzbetreiber ihre Abrechnungsanlagen zertifizieren lassen und nachweisen, dass sie die Gesprächsdauer garantiert exakt bis auf eine zehntel Sekunde nachweisen können - und für VoIP-Klitschen die aus 2 Mann + einem Asterisk bestehen soll das nicht mehr gelten?!) nicht gewährleistet sind und es auch keine allgemeinverbindliche, zuverlässige Notruflösung gibt, bin ich strikt dagegen DSL ohne Telefonanschluss und dafür mit VoIP als "vollwertigen Ersatz" zu verkaufen und zu ermöglichen.

Das endet nur im Chaos und Ärger - sowohl für Kunden als auch Betreiber. Siehe Alice, die ihre neuesten Anschlüsse als vollwertigen Telefonanschluss verkaufen, in Wirklichkeit allerdings eine properitäre VoIP-Lösung verwenden, die bei einem Großteil der Kunden, die davon nichts ahnen, zu erheblichen Problemen führt. Davon abgesehen, dass etliches an Hardware nicht mehr weiterverwendet werden kann.


Erst die Maßstäbe und Grenzen abstecken, dann für alle allgemeinverbindliche Richtlinien einführen die einzuhalten sind und dann kann man meinetwegen damit durchstarten.
 
Das geschieht doch nie...
Ausserdem muss erst mal der "Probebetrieb" laufen um abzuchecken, was alles geregelt oder verbessert werden müsste.
Du verfolgst momentan ein wenig die Automobilindustrie-Argumentation. Wir bauen erst Gas-Autos wenn es Tankstellen gibt wohingegen die Tankstellen argumentieren, dass sie erst Gas anbieten, wenn es Gas-Autos gibt.

Wer sich in unbekanntem Gewässer bewegen möchte, muss sich im klaren sein, dass er ertrinken kann. Alle denen das zu gefährlich ist, die dürfen ja weiterhin bestehende Techniken nutzen - ist ja nicht so, dass diese abgeschafft würden.

Just my 2 cents
 
Der von dir geforderte "Feldtest" läuft doch schon seit zwei Jahren in freier Wildbahn. Und was funktioniert bislang? Gibt es wirklich zuverlässige Notruflösungen? Nö. Bei welchem Anbieter funktionert die Rechnungslegung zuverlässig? Wer verschickt überhaupt Rechnungen? Welcher (reine) VoIP-Anbieter dürfte nach dem TKG überhaupt am Markt tätig sein?

...
 
docfred schrieb:
Gibt es wirklich zuverlässige Notruflösungen?

Sehe ich auch als Problem... Solange man Notruf- & Sonderrufnummern nicht über VoIP anrufen kann, wird da sicher nichts passieren.
 
Ben E schrieb:
Solange man Notruf- & Sonderrufnummern nicht über VoIP anrufen kann, wird da sicher nichts passieren.
Sagt mal, in welchem Jahrhundert lebt ihr eigentlich? GMX, 1und1, DUS.net, Sipgate etc. bieten alle Notrufnummern an.
 
Ohne wirkliche Lokalisierungsmöglichkeiten, die Rufnummern sind oft gestört, die Anschlüsse fallen noch viel zu häufig aus im Vergleich zum regulären Telefonnetz.

Bei mir werden Notrufe automatisch per Box ins POTS geleitet. Denn ich habe KEINE Lust, dass gerade dann, wenn wirklich ein Notruf abgesetzt werden muss, die SIP-Registrierung mal wieder fehlgeschlagen ist oder der Provider mal wieder in Bandbreitenengpässe reinrauscht, die Qualität so mies ist, dass das Gegenüber nichts mehr versteht und ich erstmal mein Handy suchen muss.
 
Trotzdem sollte man die Zwangs-Kombinierung von ADSL mit Festnetz abschaffen. Es sollten dann bestimmte Auflagen für Reine VoIP-Provider eingeführt werden, die dann auch als "Festnetz-Alternative" auftreten wollen, sodass sie damit erst auf den Markt dürfen, wenn sie entsprechedne Sicherheits-Auflagen erfüllen.

Da müssten dann jetzt schon QSC und Kabel-Anbieter passen. Aber die Möglichkeit so ein Angebot starten zu können dürfte ein grosser Ansporn für Unternehmen sein, diese Sicherheits-Auflagen auch zu erfüllen, da sie dann eine Reelle Chance haben als reine Breitband-Anbieter auftreten zu können. So wie es jetzt ist, wird der Markt da abgewürgt, da diese Testläufe ja keine Aussicht haben wirklich auf breiter Basis umgesetzt zu werden. So behindert man wirklich den Markt und das Potential von VoIP. Die Forderung nach Trennung von DSL und Festnetz ist schon absolut richtig, aber es müssen dann auch Auflagen her, die dann reine DSL/VoIP Provider einhalten müssen, um ihr Angebot auf den Markt bringen zu können. Die Sicherung von Qualitäts und Sicherheits-Standards sehe ich dadurch absolut nicht gefährdet.


Gruss, micro
 
micro schrieb:
Trotzdem sollte man die Zwangs-Kombinierung von ADSL mit Festnetz abschaffen. Es sollten dann bestimmte Auflagen für Reine VoIP-Provider eingeführt werden, die dann auch als "Festnetz-Alternative" auftreten wollen, sodass sie damit erst auf den Markt dürfen, wenn sie entsprechedne Sicherheits-Auflagen erfüllen.
Nichts anderes fordere ich doch.

Aber noch ist es nicht soweit und demnach sollte das ganze auch einfach gelassen werden.

Davon abgesehen bleibe ich bei der Absicht, dass jeder Netzbetreiber, der auf den regulären Telefonanschluss verzichten wird, gleichzeitig ein Zwangsbundle mit eigenem VoIP-Paket einführt.
Auf Einnahmen wird niemand verzichten und Gewinn erwirtschaftet man nicht mit 4,99 Euro Internetflatrates.
 
Ich stimme docfred voll und ganz zu:
Solange wir als Endkunden(Verbraucher) zu dem immer am billigsten Anbieter
uns hin orientieren, helfen wir dem Produkt VoIP-Telefonie nicht ein vollwertige Alternative zur Festnetztelefonie zu werden.Bei Billigflatrates ist doch für dem Provider garnicht die Möglichkeit gegeben, seine Technik auf Versorgungssicherheit auszubauen.Würde er sein Produkt verteuern dann springen ihm doch auch wieder die Kunden ab.Solange wir immer noch der gesponsorten AVM Box hinterherjagen, bestätigen wir doch dem Provider das sein Konzept voll und ganz aufgeht.
Was möchte ich denn;
a) billig telefonieren mit einem Standard Level1(kann funktionieren, kann auch ausfallen)
b) 24 h an 365 Tagen im Jahr erreichbar sein auch bei Gewitter
Ich als Endkunde lege doch über meinen Preis, Tarif fest welches Produkt ich haben will.
mfg Holger
 
@ lone star:

Das ist sowieso klar, dass diese Billig-Angebote wirklich den Markt kaputt machen und zu Lasten von Qualität und Zuverlässigkeit gehen. Aber den Verbraucher ändert man nicht. Abgesehen davon, merken viele schon bereits, dass sie mit einer billigen FritzBox von Freenet wohl gewaltig an der falschen Ecke gespart haben. Schlechter Service rächt sich eben irgendwann. Das werden auch billig Anbieter schnell merken, wenn ihnen die Kunden weglaufen, das Image dahin ist, und sie mit Klagen von Verbraucherschutz-Organisationen überschwemmt werden. Der Durchschnitts-Kunde ist nicht blöd.

@ docfred:

Von einem VoIP-Zwang für Breitband-Anbieter ohne Festnetz halte ich garnichts. So werden Kunden doch wieder gezwungen, ein gebundletes Angebot zu nutzen.

Es müsste für jeden VoIP-Anbieter bestimmte gesetztlich vorgeschriebenen Standards geben, ohne die er garnicht erst sein Angebot auf den Markt bringen kann. So verhindert man, dass jeder dahergelaufene Studi sein Studium mit einem selbstgebauten Asterrisk finanziert, oder Gross-Anbieter wie UI mit Billig-Angeboten den Markt überfluten - denn diese Angebote sind ja nur möglich, weil es diese Standards nicht verpflichtend gibt.

Es einfach zu lassen würde Stillstand bedeuten. Die BNA täte gut daran, sich mit der Festlegung von Mindeststandards zu beeilen. VoIP-Anbieter ohne eigenes DSL-Angebot haben dann dafür zu sorgen, dass ihre Anbindung top ist (Dus.net hat das ja angeblich schonmal sich zertifizieren lassen). Es gibt ja auch mittlerweile einen Knotenpunkt im NEtz für VoIP-Traffic. Das müsste ausgebaut werden, und wird auch weiter geschehen, wenn man nicht alles abwürgt durch Verbote, sondern durch Mindeststandards, die es einzuhalten gilt.

Jetzt halte ich es für den richtigen Zeitpunkt sowas einzuführen, wo einige VoIP-Anbieter ernsthaft versuchen als Festnetz-Alternative aufzutreten. Es geht doch nur darum alles in die richtigen Bahnen zu lenken.

Generelle Verbote halfen da nicht IMHO.
 
micro schrieb:
@ docfred:

Von einem VoIP-Zwang für Breitband-Anbieter ohne Festnetz halte ich garnichts. So werden Kunden doch wieder gezwungen, ein gebundletes Angebot zu nutzen.
Dann sag das den entsprechenden Anbietern ;)

Spricht ja niemand von einem Zwang von Staatswegen. Ich spreche nur davon, dass die Anbieter das definitiv so einführen werden. Oder denkst du nicht, dass sie versuchen werden, so viele Einnahmen wie nur irgendmöglich zu halten und an sich zu binden?
Generelle Verbote halfen da nicht IMHO.
Verbote von was?
 
Nix bündeln. Mir würde ein reiner DSL-Anschluss ausreichen. Aber jetzt schon, ist es ein Krampf gewesen, von ISDN auf Analog, ohne SchnickSchnack, zu wechseln.

Bye Michael
 
Wieso sollten Auflagen hinsichtlich der Notrufnummern gemacht werden? Jemand, der weder ein Handy noch ein normales Telefon besitzt, kann ja auch nicht dazu gezwungen werden, für sich oder andere eine Notruffunktion bereitzustellen. Die Entscheidung darüber liegt allein beim Verbraucher. Zusätzliche Gesetze machen alles nur unnötig teurer.
 
Man versucht dem Verbraucht weiß zu machen, dass VoIP heutzutage "genau so gut" sei wie reguläre Festnetztelefonie und man auf das Festnetz demnach verzichten kann. Was aber erwartet der Verbraucher - völlig zurecht - von einem Telefon (egal ob zuhause, Handy, ...)? Richtig. Das Notrufe funktionieren. Der macht sich im Notfall bestimmt nicht Gedanken darüber "hm, geht das jetzt...". Der greift das nächst Beste, das wie ein Telefon aussieht und wählt die 112.
 
docfred schrieb:
Man versucht dem Verbraucht weiß zu machen, dass VoIP heutzutage "genau so gut" sei wie reguläre Festnetztelefonie und man auf das Festnetz demnach verzichten kann.
Und das stimmt auch
Wann raffst du es endlich:Notrufnummern sind bei unzähligen VoIP-Anbeitern mit kostenloser Registrierung kostenlos zu erreichen!
 
Es geht nicht darum, dass einige Anbieter sowas mittlerweile realisiert haben, sondern das es alle Anbieter können müssen, und der Service dem entsprechen auch stabil verfügbar ist. Dies ist heute noch nicht der Fall. Kann gut sein, dass der jeweils verwendete Anbieter Streikt, wenn´ s bei dir gerade brennt. Es muss die gleiche Verfügbarkeit sichergestellt sein und die gleiche Stabilität wie bei Festnetz.


@manowar:

Wenn´ bei dir brennt und keine Notruf-Säule in der Nähe ist, und der Nachbar VoIP hat, wo gerade der Server streikt, dann wäre es doch günstig, wenn man gesetzlich dafür sorgt, dass alle Telekommunikationsanbieter - egal ob VoIP oder Festnetz - auch Notruf stabil und zuverlässig anbieten. Bei Festnetz ist das heute schon Pflicht, also sollte es auch bei VoIP Pflicht sein. Da wird nix teurer durch, und neue Gesetze müsste dafür auch nicht eingeführt werden sondern lediglich bestehende auch für VoIP geltend gemacht werden.

Gruss, micro
 
nixgegendenise schrieb:
Und das stimmt auch
Wann raffst du es endlich [...]
... das wir noch weit vom dem entfernt sind, was uns vom Himmel versprochen wird? Danke, das weiß ich ;)
 
docfred schrieb:
... das wir noch weit vom dem entfernt sind, was uns vom Himmel versprochen wird? Danke, das weiß ich ;)
Wer verspricht dir was vom Himmel? ICh sag nur: DUS.net, sipgate.de, gmx.de...
 
Na dann sag ich mal:
- GMX hatte schon des öfteren tagelange bundesweite Ausfälle und schwankende Gesprächsqualität
- SIPgate hat je nach Region und Tageszeit mit großen Problemen bei der Gesprächsqualität zu kämpfen, bietet bis heute afaik keine portierbaren Rufnummern oder akzeptiert Portierungen zu ihnen hin
- dus.net schafft es nicht, die Probleme des verzögerten Gesprächsbeginns in den Griff zu kriegen
- bis auf wenige Ausnahmen alles noch prepaid
...

Ich empfehle dir wirklich mal, hier in den Störungsforen mitzulesen.
 
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