Sicherheit einer Netcam im Internet

Brookmer

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Tach auch,

Ich betreibe eine IP-Kamera an einer FB 7050.
Angesprochen wird die Cam über DynDNS. Das
funktioniert auch alles ohne Probleme.

Nur wie sieht es eigentlich mit der Sicherheit aus?
Können die Zugangsdaten zur Kamera nicht relativ
einfach im Internet mitgeschrieben werden?

Die Übertragung läuft zur Zeit über Port 80.

Das ist der augenblickliche Istzustand.

Jetzt kommen wir zu meinem Halbwissen über "sichere
Datenübertragung" im Internet ;-)

Für eine sichere Übertragung gibt es doch eigentlich
den Port 443. Reicht es jetzt die Kamera und
die Portweiterleitung in der FB auf Port 443 umzustellen?

Die Kamera ist dann allerdings weiterhin unter "Http://..."
und nicht unter "Https://..." zu erreichen.

Oder gibt es eine sichere Datenübertragung auch unter "HTTP".
Ich bin eigentlich immer davon ausgegangen das nur "HTTPS"
auf eine sichere Datenübertragung schliessen lässt.

Ist der Port 443 gleichzusetzen mit HTTPS ?

Gruß Brookmer
 
Nein, die Portnummer ist Schall und Rauch. Du kannst von mir aus auch Port 12345, 1337, (0)815 oder 4711 benutzen - wenn Du als Protokoll HTTP einsetzt, setzt Du HTTP ein und nicht HTTPS. (wobei HTTPS im Prinzip auch über Port 80 laufen kann).

Wenn die Kamera also keine eigene Funktion mitliefert, über einen sicheren Weg darauf zuzugreifen, könntest Du alternativ evtl. den Verkehr zur Box über dropbear (SSH) tunneln oder das AVM-eigene VPN der Box nutzen.


Gruß,
Wichard
 
Oder gibt es eine sichere Datenübertragung auch unter "HTTP".
...
Ist der Port 443 gleichzusetzen mit HTTPS ?
Kurz und knapp: Nein.
Du kannst quasi auf jedem Port alles laufen lassen.
443/TCP ist lediglich der Standardport für https.

Um https auch tatsächlich zu nutzen, muss Deine Netcam bzw. deren Webserver dies unterstützen. Oder Du musst den Traffic zusätzlich tunneln.

Außerdem müssen auch bei einer unverschlüsselten Verbindung Logindaten nicht im Klartext übertragen werden.
Passwörter werden in der Regel gehashed, wobei das natürlich auch wieder auf Dein Endgerät ankommt.

Du gehst scheinbar von einer Man-In-The-Middle-Attack aus - was mir jedoch mehr Sorgen machen würde, falls Deine IP-Cam tatsächlich derlei brisante Bilder an das Internet zu präsentieren hat, ist die Sicherheit des eigentlich Webservers der Kamera, welcher zur Zeit scheinbar von außen per standard http Port zu erreichen ist.
Hier gab es in der Vergangenheit einige Lücken bei diversen Kameras.
Du solltest derlei sensitive Dienste nie auf ihrem (oder einem) Standardport laufen lassen, da sie sonst sehr schnell mit listenbasierten Portscans gefunden werden können.

Da Du keinen Anwendungszweck angegeben hast, fällt ein guter Tip schwer.
Wenn Dein Bestreben in Richtung "bestmögliche Sicherheit" geht, dann sollte die IP Cam nicht von außen erreichbar sein und Du solltest sie per VPN ansteuern.
Geht es Dir nur um den Login, dann würde ich den Traffic tunneln.


¤dit: Da war wohl jemand schneller :D
 
Vielen Dank für die raschen Antworten

Danke erst mal für die Antworten.

Erklärung zum Umfeld:
Die Kamera steht bei uns in der Küche mit dem Hintergrund
unseren Welpen (Schäferhund - Labrador Mix, 12 Wochen alt)
im Auge zu behalten.

Da die Kamera fast immer läuft, möchten wir natürlich nicht mit dem
Gedanken leben müssen selber beobachtet zu werden.

Da ich bislang eigentlich nichts mit VPN bzw. Tunneln zu tun gehabt
habe, muss ich mich jetzt erstmal schlau lesen.

Wenn ich das richtig verstanden habe, macht es also schon mal Sinn
einen Port im oberen Adressbereich zu wählen, um es den Portscannern
nicht zu einfach zu machen.

Die Kamera ist eine Instar IN-2905.
Die Fritzbox ist ne alte 7050.

Gruß Brookmer
 
Ja, nimm irgendeinen Port, so nach dem Muster 18743, also willkürliche Zahlen. Das läßt sich zwar immer noch mit einem Scan ermitteln, aber dem "Normalscan" auf Port 80 schiebt das einem Riegel vor.
 
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