Skype-Gründer wirft das Handtuch: Gerüchte um Verkauf

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Skype-Gründer wirft das Handtuch: Gerüchte um Verkauf
Analyst: "Hohe Nutzerzahlen sind bemerkenswert, Umsätze zu gering"/ Umsätze von Skype liegen hinter den Erwartungen zurück

New York/Berlin - Der Gründer und bisherige CEO der eBay-Tochter Skype, Niklas Zennström, tritt von seinem Amt zurück und wechselt in den Aufsichtsrat, gab das Unternehmen gestern, Montag, bekannt. Im Rahmen eines "earn-out Agreements" zahlte das Auktionshaus bereits im September 2005 rund 375 Mio. Euro für den VoIP- und Messaging-Anbieter - je nach Geschäftsentwicklung beträgt der Kaufpreis maximal 1,2 Mrd. Euro. So wird erwartet, dass eBay diese 375 Mio. Euro sowie den zusätzlichen Betrag von 640 Mio. Euro im nächsten Quartalsbericht als sogenannte Wertberichtigung aufscheinen lässt. Vor diesem Hintergrund verdichten sich die Gerüchte um einen möglichen Verkauf von Skype wegen mangelnder Rentabilität.

"Wie bei allen Internet-Geschäftsmodellen liegt das Hauptproblem darin, dass man zwar viele Nutzer für die Dienste begeistern kann und diese auch gut durchdacht sind, jedoch zu geringe Umsätze am Ende herauskommen", erläutert Philipp Bohn, Analyst bei Berlecon Research, im Gespräch mit pressetext. Branchenbeobachtern zufolge werden die Ausstände an Skype die eBay-Zahlen noch im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres belasten. Auch wird die Transaktion von Marktbeobachtern nach zwei Jahren als "zu teuer" für das Online-Auktionshaus bewertet. Schließlich hat Skype bis Ende Juni 2007 nur rund 90 Mio. Dollar Umsatz generiert.

Bohn beurteilt diese Performance als "hinter den Erwartungen zurückgeblieben" und charakterisiert das eBay-Geschäft im Nachhinein als einziges Investment in steigende Skype-Mitgliederzahlen. "Zwar stieg die Zahl der Nutzer von 57 auf nunmehr 220 Mio., dennoch ist der Erlös mit zwölf bis 13 Cent pro Nutzer viel zu gering, um unter dem Strich langfristig profitabel zu sein", so Bohn auf Nachfrage von pressetext. Die Nutzerzahlen seien demnach zwar bemerkenswert, dennoch ließen sich diese nur schwer einer monetären Rechnung unterziehen. Weitere große Investitionen sollten somit künftig nötig sein.

Ob sich vor dem Hintergrund der aktuellen Gerüchte ein Verkauf von Skype tatsächlich abzeichnet, bezweifelt der Experte zum jetzigen Zeitpunkt. Aller Unkenrufe zum Trotz legt der VoIP- und Messaging-Anbieter mittlerweile sogar schwarze Zahlen vor, was zum Zeitpunkt der Übernahme 2005 nicht prognostiziert werden konnte. Hauptgeschäftsbereiche sind vor allem die Dienste Skype-In und Skype-Out, wobei vor allem Letzterer mit Problemen zu kämpfen hat. Laut einem aktuellen Bericht der BBC habe eBay den Skype-Aktionären in Aussicht gestellt, weitere 195 Mio. Dollar zu zahlen. Voraussetzung dafür wäre, dass eBay dafür einen Anteil an Skype von 50 Prozent oder mehr noch vor März 2008 an einen anderen Interessenten verkaufen könne.

Quelle: pressetext.at
 
Wenn Skype sein Protokoll endlich offenlegen würde, würde es mehr Umsatz geben.

Es gibt zum Beispiel für mich durchaus Ziele, die ich gerne über Skype anrufen würde, aber da ich kein Bock habe mit Headset vor dem PC zu sitzen (auch keine Lust mir teueres Skype-Telefon zu kaufen, welches ohne PC läuft), aber ich zahle lieber paar Cent mehr pro Minute und benutze mein gutes altes DECT-Telefon, welches an der FritzBox angeschlossen ist.
 
Bin der gleichen Meinung. Skype ist proprietär, und das verhindert die Verbreitung. Nicht mal die Qualität paßte in der letzten Zeit, wie ich beobachtet hatte.
IAX/SIP haben Skype längst überholt. Proprietäre Dienste haben nur eine Überlebenschance, wenn man
a) eine markbeherrschende Stellung hat und/oder
b) stets 2 Schritte der Open-Konkurrenz voraus ist.

IAX/SIP war viel schneller da als Skype gedacht hatte. Wer am PC sitzt, kommt mit IAX/SIP clients bestens aus. Oder nutzt dann eben die Internet-Connection-Dienste à la Peter-zahlt etc.

Gruss vöxchen
 
Das grundlegende Problem für Skype ist die zunehmende Konkurrenz zum MS Messenger bzw. Windows Live Messenger. Skype, ICQ und Co. werden längerfristig in einer Nische landen, wo auch Netscape sehr sehr lange war.
 
Skype wird gerne als Telefon-dienst abgetan, eigentlich ist es aber mehr/was anderes und bietet auch teilweise einzigartige Vorteile:
- Kontaktliste, wo man sieht wer online ist
- Multi-login fähig
- Verbindung und Dateiübertragung auch durch Router und Firewall
- Werbefreie Software
- Webcam-Funktion
- Konferenz

Gibt natürlich auch Nachteile:
- Sauteure aber durchgehend minderwertige bis unbrauchbare PC-unabhängige Hardware (und mit PC ist es auch nix für einigermaßen professionelle Nutzung)
- Skype-töne nicht beliebig änderbar, zu unauffällig und kommt nicht wenn das Fenster noch aktiv ist (beim Chat-Ton)
- Skype-Fenster können nicht im Vordergrund vor allem bleiben.

Gegen die Chat-Töne hilft Skype-Reader (der die Texte vorliest).
Wobei mal die Ansagen nicht kommen oder stattdessen die Benachrichtungsfenster nicht kommen.

Für Sprache, Video und Dateien ist Skype ideal, für Chat ist Trillian für ICQ eindeutig besser (nur kann der leider nicht vorlesen).

Mit Fring und IM+ für Symbian S60 3rd gibt es 2 Alternative Skype-Programme. Es muss also irgendwie gehen.
Nur das im+ kostet und Gespräche nicht kann.
Fring kann das, ist aber zumindest auf E90 zu leise und bringt die Profile durcheinander.
 
Skype ist ein wunderbarer Messenger und als solcher wird er auch von den Nutzern verwendet. Chatten oder sich kurz und kostenlos per Sprachtelefonie für den Abend verabreden. Nicht mehr und nicht weniger. Ich kenne keinen einzigen, der SkypeOut als Dienst nutzt. Wer ernsthaft erwartet hat, dass Skype irgendwann mal wirklich Geld verdient und ernstzunehmende Konkurrenz zum klassischen Telefon (da zähle ich jetzt auch mal die Kombination aus SIP-Adapter und Telefon dazu) darstellt, muss von einem anderen Stern sein.
Vermutlich haben sogar die Gründer nie dran gezweifelt, dass es Skype niemals weiter schaffen wird. Entsprechend hoch ist es ihnen anzurechnen, dass sie eBay derartig über den Tisch ziehen konnten :D
 
Ich kenne mindestens einen, der SkypeOut ernsthaft verwendet.
Ich hab auch Guthaben und könnte SkypeOut verwenden, aber eigentlich hab ich es für SkypePro für die Mailbox.

Solange man auch noch die eingehenden und ausgehenden Nummern extra kaufen muss, kann das doch nix werden.
Und ohne ernsthafte Skype-Hardware erst nicht.
 
docfred schrieb:
Ich kenne keinen einzigen, der SkypeOut als Dienst nutzt.

Ihr dürfte nicht bloß von DE ausgehen, die 90 Mio. Dollar Umsatz im ersten Halbjahr 07 muss ja wer generiert haben. Umsatzzahlen die sich so mancher (oder gar alle?) Voip Anbieter in DE wünschen würde.

Nicht destotrotz, war die Kaufsumme m.E. natürlich nicht gerechtfertigt, wie so viele andere "Aufkaufsummen" der WEB 2.0 Welt. Aber zum Glück bezahlt diesen Hype nicht die Hausfrau von neben an. :)
 
Was sind 90 Mio Dollar Umsatz bei 220 Mio registrierten Nutzern? Das ist gar nichts! ;)
 
docfred schrieb:
Was sind 90 Mio Dollar Umsatz bei 220 Mio registrierten Nutzern? Das ist gar nichts! ;)

Hat wer was anderes behauptet, klar ist das nix. Ich schrieb ja auch nur, dass dies sich so mancher DE VoIP Provider (oder eben alle) wünschen dürften. ;)

Ansonsten steht es ja auch mit da, dass es nur 12 - 13 Cent / Nutzer sind, und jetzt rechne das mal auf 1 Million (hat soviele Nutzer überhaupt ein DE Provider?) um. :shock: Weißt jetzt was ich sagen will?
 
susanne schrieb:
Ansonsten steht es ja auch mit da, dass es nur 12 - 13 Cent / Nutzer sind,

Genau, und welcher VoIP Povider soll davon leben. Ich glaube nicht, dass sich das wirklich einer wünscht ;)

jo
 
susanne schrieb:
Hat wer was anderes behauptet, klar ist das nix. Ich schrieb ja auch nur, dass dies sich so mancher DE VoIP Provider (oder eben alle) wünschen dürften. ;)

Ansonsten steht es ja auch mit da, dass es nur 12 - 13 Cent / Nutzer sind, und jetzt rechne das mal auf 1 Million (hat soviele Nutzer überhaupt ein DE Provider?) um. :shock: Weißt jetzt was ich sagen will?
Dass Skype einfach nicht lebensfähig ist, jeder Sipprovider mit derartigen ARPU kurz vor der Pleite stünde und man sowas seinem größten Feind nicht wünschen sollte? :D
 
docfred schrieb:
Dass Skype einfach nicht lebensfähig ist, jeder Sipprovider mit derartigen ARPU kurz vor der Pleite stünde und man sowas seinem größten Feind nicht wünschen sollte? :D

Naja, Skype wird eine der wenigen Unternehmen der "Neuzeit" sein, die es m.E. auch es auch in 10 Jahren noch geben wird.
 
susanne schrieb:
Naja, Skype wird eine der wenigen Unternehmen der "Neuzeit" sein, die es m.E. auch es auch in 10 Jahren noch geben wird.
Du meinst, eBay wird jedes Jahr ein ein paar Dutzend Millionen nachschießen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten? :D
 
Nö mein ich nicht, noch ist eine gute Zeit solcherlei Projekte so guten Preisen abzustoßen, oder man holt sich einen anderen VC in Boot, oder, oder ...

Zum Schluß bleibt eventuell ein Unternehmen, was für "billig Geld" seinem Besitzer wechselt, in dieser Käufer kann dann aus den 300 .. 400 Millionen Nutzern "was machen".
 
Caller ID

Hallo,

wir haben eine Applikation die ACT! mit Skype verbindet, und viele potentielle kunden springen dann doch ab, wegen einem großen Problem.. Damit Skype in den USA nicht das Problem 911 behandeln muß, möchte man von Skype nicht als VOIP dienstleister gesehen werden. (denn dann müßte skype 911 beim lokalen notruf platzieren) um dies zu verhindern unterdrückt Skype bei ausgehenden Anrufen die CallerID. Die meisten Businesskunden in den USA wollen aber genau dieses nicht.. da anrufe mit unterdrückten CallerID meist von Callcentern kommen, und so von vielen Telefonen/Anlagen abgewiesen werden.

Alle reaktionen von Skype zu diesem Request waren... wir können das nicht machen weil... siehe oben...

so lang Skype auf diesen Punkt besteht wird skype für die meisten kleinunternehmer / Consultants die den dienst ansonsten genial finden... nicht ernst genommen...

Rechtlich verständlich, jedoch ob das darstellen der CallerID den dienst nun zum vollwertigen Telefonersatz macht mag ich bezweifeln. Auch hier wäre eine "erklärung" wie bei Sip-Dienstleistern bestimmt möglich... wenn man nur wollen würde... Solang man aber eben nicht will.. werden viele interessierte Anwender dem dienst wieder den Rücken zu kehren. Die flatrate (für 2$ pro monat grenzenloses telefonieren in den USA, wäre sicherlich interessant.. und die API von skype ist auch nicht schlecht.. ) auf die art könnte sich skype eine kundschaft aufbauen die monatlich für umsatz sorgen würde. aber ohne CallerID wird das speziell in den USA nicht funktionieren.

Ohne "CallerID" keine (oder kaum) gewerbetreibende in den USA die diesen Dienst verwenden. Damit schließt SKYPE eine sehr große usergruppe aus. Ich bin mir sicher das Skype eine Lösung finden könnte wenn man nur wolte. Aber... problemloser ist dieser weg sicherlich... er bringt halt weniger umsatz...

nur das wollte ich mit diesem Komentar darstellen, und nicht in eine "rechts-diskusion" verfallen.. wir in diesem Forum können dieses Problem eh nicht lösen
 
Zuletzt bearbeitet:
Skype wird zwangsweise auf diesen Punkt bestehen müssen, da sie technisch de facto keine Möglichkeit haben werden, allen Anforderungen des emergancy calls gerecht zu werden. Skype definiert sich selbst als mobilen Dienst, von allen Rechnern der Welt aus nutzbar. Auch von Handys, Notebooks, anderen mobilen Geräten. Eine Anforderung der emergancy calls ist jedoch die Ortbarkeit, eine Hinterlegung des Standorts der jeweiligen Rufnummer, um auch bei "Röchelrufen" (Anrufe in denen gerade noch der Notruf gewählt werden kann, der Anrufer jedoch nicht mehr fähig ist, Angaben zu machen oder überhaupt zu sprechen) Hilfe schicken zu können. Wie soll Skype sowas jemals leisten?

Das kann auch kein SIP-Anbieter, solange er seinen Zugang nicht auf bestimmte Standorte beschränkt. Was machen also die SIP-Dienstleister (auch in Deutschland)? Sie lassen vom Kunden eine Adresse fest hinterlegen und den Kunden versichern
a) den Dienst nicht mobil zu nutzen
b) wenn er mobil genutzt wird auf Notrufe sowie eine Übertragung der Rufnummer zu verzichten

Bei einem Messenger wie Skype wird sowas der Kundschaft wohl eher schwierig zu vermitteln sein. Und Skype ist nunmal eher Messenger als Telefonalternative.
 
1. Wenn man SkypeIn hat, geht diese Nummer auch mit SkypeOut raus
2. Zumindest in DE müssen VoIP-Anbieter kein Notruf können. Und z.B. bei Sipgate kann man die Notruf-Adresse eintragen wo extra bei steht, das der Notruf dann nur von dieser Adresse aus angerufen werden darf.
3. Gibts zumindest in DE bei der Polizei kein Röchelruf (wenn man da nix sagt kommen die nicht)

Es wäre ja schön, wenn bei SkypeOut ohne SkypeIn wenigstens zuverlässig die 123456 übermittelt wird statt garnichts. Oder besser eine echte Nummer, unter der man eine Ansage bekommt, das es Skype ist.
 
2. Nein, sie "müssen" es NOCH nicht können. Aber wer Notrufe anbietet, muss eine Adresse hinterlegen, denn
:arrow: deine Nummer 3 stimmt nicht.
 
docfred schrieb:
:arrow: deine Nummer 3 stimmt nicht.
Dann aber nur bei Feuerwehr/Rettung?

Für die Polizei stimmt das. Hab ich vor 2 Jahren oder so wie ich mal da war nachgefragt. Die bekommen da bei Anruf auch erstmal nur die Nummer und sehen nicht sofort alles.
Außer das hat sich inzwischen geändert.
 
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