[Problem] UDP-Packet-Loss (SIP/RTP) bei PPPoE-Passthrough und FRITZ!Box 7270v3

slickwilly2000

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Hallo zusammen,

ich bräuchte mal eure Hilfe: Wir hatten hier bei uns in der Firma eine FRITZ!Box 7270v3 im Einsatz, die als Router/Gateway/VoIP-Anlage diente.

Da wir gewachsen sind, haben wir jetzt komplett umgestellt und einen eigenen Linux-Server aufgesetzt, der die verschiedensten Aufgaben übernimmt. Darunter Internetverbindung über PPPoE, VPN via Strongswan und eine komplette Software-VoIP-Anlage, die ebenfalls darauf läuft.

Da alles über eine DSL-Internetverbindung läuft, müssen wir natürlich den VoIP-Traffic (SIP und RTP) priorisieren. Daher haben wir den Upload mit den Linux-eigenen Traffic-Control-Mechanismen (tc) priorisiert. Dies klappt auch perfekt, ohne Ausnahme!

Zur Info: es wird ein Token-Buffer-Filter (TBF) verwendet, um die gesamte Datenrate zu limitieren. Dies machen wir, damit kein Stau im DSL-Modem entstehen kann und somit wieder sämliches Traffic-Shaping zunichte gemacht wird. Eine Hiearchie-Ebene weiter drunter, verwenden wir eine prio-qdisc mit 2 Bändern (bands). Hier erfolgt die Unterteilung in VoIP-Traffic und Non-VoIP-Traffic. Markiert werden die Datenpakete mit iptables, was hervorragend klappt. Wenn wir den Upload durch mehrere parallele Uploads auslasten, ist alles in Ordnung. Keine Aussetzer am anderen Ende.

Aussetzer bei den ausgehenden Sprachpaketen bekommen wir jedoch, wenn wir den Download durch mehrere parallele Downloads komplett auslasten. Mir ist klar, dass TCP-Verbindungen ACK-Pakete benötigen und somit Upload erzeugen. Dieser ist sogar nicht unerheblich. Messungen haben ergeben, dass wir bei Auslastung des vollen DSL-Downloads ca. 16 kb/s Upload erzeugen. Diese ACK-Pakete landen jedoch in der Non-VoIP-Traffic-qdisc und werden daher nachrangig behandelt gegenüber VoIP-Traffic. Auch das klappt perfekt.

DSL-Leitung ist eine ADSL2+ Leitung mit 16000/1000. Tatsächlich sind es bei der Synchronisierung 11200/1000. Als Modem wird vorerst weiterhin die FRITZ!Box 7270v3 verwendet (PPPoE-Passthrough). Wir möchten zukünftig komplett unabhängig von der FRITZ!Box werden, d.h. es sollte in Zukunft völlig egal sein, ob der Internetzugang über DSL, VDSL, UMTS oder Kabel-Deutschland realisiert wird. Wichtig ist die LAN-Schnittstelle unseres Gateways, das mit dem jeweiligen Modem (jeweils im Bridge-Modus) verbunden wird.

Ich bin der Sache schon auf die Spur gegangen. Das Tool tcpdump auf dem Linux-Gateway liefert einen astreinenen Upload auf der Netzwerkkarte, die mit dem DSL-Modem verbunden ist. Bis hierhin passt also alles. Gesnifft wurde mit tcpdump auf eth1 bzw. ppp0.

Wenn ich aber in der FRITZ!Box am WAN-Interface mitsniffe, fehlen teilweise Pakete, ich habe einen Packet-Loss von ca. 10%, wenn ich den Download auslaste. Da haben wir also unsere Aussetzer.

Austausch der FRITZ!Box gegen Speedport 200 und Speedport 201, die reine DSL-Modems sind, bringt keine Besserung. Hier die gleichen Symptome. Ebenfalls getestet einen Speedport W701V, der hier noch zufälligerweise rumlag.

Wer kann helfen? Ich bin im Moment völlig ratlos.

Die Masterfrage: Warum gehen (UDP-)Pakete verloren die korrekt das Gateway verlassen, dann aber scheinbar etwas schief geht bei der Weiterleitung der Pakete von der LAN-Schnittstelle der FRITZ!Box auf das WAN-Interface der FRITZ!Box/DSL-Modem.


Besten Dank im Voraus!
 
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