[Frage] 802.1x Protokoll auf Fritzbox 7170

Peterwarb

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Liebe Forenmitglieder,
Wir haben hier ein ziemlich verschachteltes Haus in welchem ich mittlerweile 3 x die 7170 und eine 7270 Fritzbox verbaut habe. Eine 7170 steht bei mir noch für Testzwecke herum. Nächste Woche kommt dann noch eine7590 hinzu(Ausbau auf schnelles Internet;-).
Mein Gedanke war also einen zentralen Authentifizierungsserver , wie Freeradius einzurichten. Dazu benötigt die Fritzbox das 802.1x bzw.wpa2 enterprises Protokoll. Möglich soll dies über das Freetzen sein. Leider finde ich im Freetz nicht die passenden Packete dazu und wenn´, so sind sie geschlossen worden.
Hat einer von Euch sich an diese Modifikation schon herangewagt?
Die bisherigen Antworten, die ich fand, fielen leider immer etwas oberflächlich aus.
Könnt Ihr mir da weiterhelfen?
Danke im Voraus
 
Es gibt praktisch keine Modifikationen des WLAN im FRITZ!OS ... und da die Frage der Authentifizierung von Clients direkt mit der Konfiguration des "hostapd" bzw. des "wpa_supplicant" zusammenspielt, die von AVM heftig geändert wurden und wo die Quellen dieser Änderungen auch nicht veröffentlicht werden müssen dank entsprechender Lizenzen für dieses Paket, macht das auch nur wenig Sinn.

Selbst bei so alten Krücken wie der 7170/7270 nicht und bei den neueren Modellen läuft die WLAN-Konfiguration noch einmal ganz anders ab und es gibt praktisch keinerlei Möglichkeiten für dauerhafte Eingriffe mehr, auch nicht mit entsprechender Modifikation der Firmware, solange man nicht die komplette WLAN-Unterstützung selbst bauen will (was auch nicht so einfach geht).

Wer am WLAN schrauben möchte, sollte die Finger von einer FRITZ!Box lassen und lieber zu einem Gerät greifen, dessen Firmware tatsächlich (und vollumfänglich) auf OpenSource-Software beruht und wo man (ggf. bis auf die BLOBs mit der Firmware für die "Chips" - das sind ja eigentlich auch vollwertige "Rechner") tatsächlich für alle Komponenten an die Quellen kommt. Entweder das ist gleich ein passender Software-Router auf einer selbst zusammengeschraubten Hardware oder ein Gerät mit OpenWRT/Lede oder auch eines der neuen AIO von anderen Herstellern - neben TP-Link soll ja jetzt auch Asus entsprechende Ambitionen auf diesem Gebiet haben: https://heise.de/-4111190 ... wie weit da die Firmware tatsächlich "offen" ist, muß man auch erst mal sehen (beim DECT wird es ggf. auch mal schwierig mit diesem Thema).
 
Danke für die ausführliche Antwort,
Ich hätte dies zur Not nur auf den 7170 Fritzboxen geändert, bzw. die Protokolle eingebunden.Zumal auf der 7170 noch nicht das jüngere Fritzos6 existiert. Gibt es noch eine andere Möglichkeit der zentralen Anmeldung. Ich denke da z.B. an einen Hotspot mit Ausrichtung auf einen Proxy, an dem ich mich dann zentral anmelde. Realisierend auf einem Raspberrypi, welcher dann DHCP und DNS sowie den Proxy zur Verfügung stellt.
 
Gibt es noch eine andere Möglichkeit der zentralen Anmeldung.
Mit einer FRITZ!Box (afaik) nicht und zur Diskussion, welche anderen AP mit einem RADIUS-Server für die Authentifizierung arbeiten könnten, ist das hier eher das falsche (Unter-)Forum, wenn nicht sogar das falsche Board.

Die aktuellen Bemühungen von AVM, eine zentrale Konfiguration zu ermöglichen, sind Dir ja sicherlich nicht entgangen ... ich glaube trotzdem nicht daran, daß AVM im Moment Pläne in der Schublade hat, die WLAN-Authentifizierung über einen zentralen RADIUS-Server abzuwickeln - das wäre für "Consumer-Netze" wohl auch etwas "overkill" und die meisten Kunden dürften bereits damit zufrieden sein, wenn sie zwischen Mesh-Teilnehmern mit einer einzigen WLAN-Anmeldung automatisch "herumgeschubst" werden beim Versuch, das ganze WLAN bestmöglich für alle zu realisieren.

Abgesehen davon wäre wohl auch nur die neue 7590 tauglich für ein solches Szenario ... die 7170 und die 7270 sind eben hoffnungslos veraltet und selbst als WLAN-Repeater in einem solchen Netz eine echte Gefahr - siehe KRACK-Lücke, die m.W. für die 7270 als Repeater nicht behoben wurde - die kann man also max. am Kabel als weiteren AP betreiben und selbst da hat sie ihre Schwächen im (weiterhin erreichbaren) GUI, wenn ein Client Zugriff auf ihr WLAN oder das Kabel hat.
 
Also ersteinmal verzeih einer alten Kartoffel wie mir, daß ich mich womöglich in ein falsches Board eingeklingt haben sollte.
Aber Du klingst schon so wie ein Mitarbeiter von AVM. Hier, wo ich wohne sagen sich Hase und Igel gute Nacht. Also bezüglich der Sicherheit, ja die Fritz!box 7170 ist sehr veraltet und sie ist unsicher und AVM geht auch nicht mehr den Weg des GNU. Dennoch machen sie hier noch eine sehr gute Figur. Meine Beweggründe eines Mod an der Fritzbox sind, mein brachliegendes Wissen, welches ich mal offiziel erworben habe und ich befürchte es irgendwann mal zu verlieren, aufzufrischen. Also sollte ich hier falsch sein , so würde ich mich freuen, wenn Du mir den richtigen Weg, äh das richtige Board nennen könntest.
Vielen dank im Voraus
 
Wenn es um FRITZ!Boxen geht, bist Du hier schon richtig ... auch wenn ich nicht sehe, was Du da machen könntest hinsichtlich der Idee mit einem RADIUS-Server.

Wenn es um die Benutzung eines anderen OS auf dem Gerät geht (OpenWRT/Lede unterstützt die 7170 m.W., bei der 7270 weiß ich es schlicht nicht), bist Du hier vielleicht auch richtig (keine Ahnung, wer sich hier eingehend mit OpenWRT auf AVM-Geräten befaßt - eine eher seltene Übung nach meiner Erfahrung), aber (nach meiner Meinung) immer noch im falschen Unterforum.

Welche es eigentlich gibt (und wo es ggf. besser aufgehoben wäre, weil eben nicht jeder Leser hier auch in alle Unterforen schaut), findest Du in der Forenübersicht alleine heraus.

Meinetwegen kann das auch gerne in diesem Unterforum stehen bleiben (nicht, daß Du mich da mißverstehst) ... es ging mir mehr darum, daß DU den Thread vermutlich irgendwoanders besser platzieren könntest (wo Du auch Antworten dazu kriegst, die abseits des FRITZ!OS liegen), als daß es mich irgendwie stört, wenn der hier zwischen den Modifikationen (des AVM-OS, zumindest nach meinem Verständnis) "verhungert".

Das mit dem "klingst wie ein AVM-Mitarbeiter" war wie genau gemeint? Als Beleidigung oder als Anerkennung? Oder kann/muß man sich das selbst aussuchen?

Wenn ich vor den alten Kisten gerne und oft (trotzdem wohl noch zu selten) warne, dann hat das seine Gründe und ein paar davon habe ich im GitHub-Repo "aufgelistet".

Schon Deine - in #5 anklingende - Annahme, Du wärest vor Lücken in der FRITZ!OS-Version der 7170 oder 7270 bereits dadurch automatisch halbwegs sicher, daß niemand es bis auf WLAN-Reichweite an Dein Netz heranschafft, ist eben falsch ... für einen Angriff auf das OS einer FRITZ!Box reicht im schlechtesten Falle schon ein Besuch einer Internet-Seite mit passendem Schadcode, der per XSS Daten in der FRITZ!Box ändern kann (die meisten modernen Browser verhindern zumindest erst einmal, daß irgendwelcher Code, der "cross origins" zugreift, an die Ergebnisse eines solchen Zugriffs kommt, aber nicht bereits die Ausführung eines solchen Requests).

Wenn man den ganzen zusätzlichen Aufwand, den AVM da seit einiger Zeit so treibt (Und zwar womit? Mit Recht.), mal in diese Überlegungen einbezieht und sich bewußt macht, daß es diese ganzen zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen für eine 7270 nicht gibt und erst recht nicht für eine 7170 (und AVM sich trotzdem veranlaßt sah, sie in die Firmware zu implementieren und damit sogar die Bedienung partiell zu verkomplizieren), dann kann man solche Geräte wohl tatsächlich nur noch mit anderer Firmware (da wäre OpenWRT eine Möglichkeit) oder ohne Geräte (mit Zugang zum Internet) dahinter betreiben ... letzteres stellt in meinen Augen den Sinn eines WLAN im eigenen Heim etwas in Frage, weil alle "nicht-mobilen" Geräte jenseits von Smartphones, Tablets, HDMI-Computern, Laptops, SmartHome-Zubehör (die Reihe ließe sich sicherlich noch länger fortsetzen) ja auch per Kabel mit einer einzigen (modernen und sicheren) Box zu versorgen wären.

Also wird man heute an APs im Heim eher Geräte betreiben, die ins Internet kommen (sollen) und die können dann durchaus auch als "relay" dienen für den Zugriff auf einen lokalen Router (oder auch einen WLAN-AP, solange er eine passende Oberfläche hat), der nicht ausreichend geschützt ist. Gerade dann, wenn - wie so häufig - ältere Geräte, die selbst auch keine Updates mehr kriegen und schon deshalb "nur noch zu Hause" benutzt werden (weil dafür sind sie ja "noch gut"), sich in diesem Geräte-Park wiederfinden ... ich muß mich nicht vor den Zaun hocken und versuchen ins WLAN einzudringen, wenn ich einen "Komplizen" (freiwillig oder unfreiwillig, das ist vielleicht noch die Frage) im Netz habe.

Und die denkbaren und bekannten Lücken (gerade in älteren Android- oder iOS-Versionen) sind auch Legion ... wer solche Geräte hingegen konsequent entsorgt, wenn es für sie keine Updates mehr gibt (was aber dem manifestierten Sparwillen (oder der Ökobilanz) durch den Einsatz einer 7170 (Einführung 2006, EOS 2013) vermutlich diametral entgegensteht), der kann sich an anderen Stellen vielleicht wieder ein paar "Nachlässigkeiten" leisten - ansonsten macht man es "in der Kombination der Schwachstellen" einem Angreifer einfach zu leicht und entgegen der Überzeugung vieler Leute, die man so trifft, werden eben nicht immer nur "die Anderen" am Ende Opfer eines Angriffs (diese Ansicht hält sich meistens auch nur bis zu dem Zeitpunkt, wo man selbst angegriffen wurde und dann ist es eben schon zu spät).
 
Keine Beleidigung, aber solche Antworten würde ich jetzt mal von einem entsprechenden Mitarbeiter angesagter Firma vermuten. Dennoch bin ich Deinen Ausführungen sehr dankbar und ich werde sie mir mal näher verinnerlichen. Als nächstes werde ich mir OpenWRT mal anschauen, obwohl die Threads dort auch nicht mehr so ganz frisch sind. Nun ja meine Fritzboxen ja auch nicht. Ist nun mal so, wenn man überall Wlan zur Verfügung haben will und die Wände nicht gerade auf Durchzug stehen. Doch jetzt geht es erstmal in den Wald mit Frauchen und Hunden, dann sehen wir mal weiter.
Ich wünsch noch einen schönen Tag in hoffentlich klimatisierten Räumen.
 
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