Bei einer
Geräteprüfung wird das gesamte elektrische Gerät (hier also der PC mit verbautem Netzteil, ohne externe Hardware) geprüft. Der Ablauf ist dabei folgender:
1. Das Netzkabel (= Stromversorgung) wird am Meßgerät eingesteckt; dieses besitzt dafür eine 230V Steckdose.
2. Jetzt erfolgen erste Messungen auf Kurz- und Erdschluß am noch ausgeschalteten Gerät (Prüfung auf defekte Leitung oder massiver Gerätedefekt).
3. PCs sind üblicherweise Geräte der Schutzklasse 1 ("Schutzerdung"), also wird nun überprüft, ob es zwischen metallenen Gehäuseteilen (hier die nicht demontierbare Rückseite, an der auch das Netzteil befestigt ist) und dem Schutzkontakt am Anschlußstecker eine Verbindung gibt und wieviel Ohm die hat. Dafür hält man eine Meßspitze an die Gehäuseteile. Idealerweise ergibt die Messung einen Wert knapp über 0 Ohm (reiner ohmscher Widerstand der Erdungsader der Zuleitung). Höhere Werte deuten auf schlechte Kontaktierung(en) oder eine beschädigte Erdungsader hin.
Zu hoher Widerstand oder unterbrochene Erdungsader: ein Schutzklasse 1-Prüfling hat die Prüfung nicht bestanden.
4. Besteht der Prüfling die vorangegangenen Messungen, wird er jetzt mit Strom versorgt und muß dann auch eingeschaltet werden.
5. Jetzt wird gemessen, ob es auf der Erdungsleitung einen Stromfluß gibt. Wenn ja, deutet das auf einen Defekt hin - bei einem PC-Netzteil könnten spannungsführende Teile das Gehäuse berühren oder (Entstör-) Kondensatoren einen Kurzschluß aufweisen. Bei zu hohem Strom (bereits mehr als 10 Milli-Ampere!) besteht LEBENSGEFAHR, wenn die Schutzerdungs-Adern an der Geräte-Zuleitung, Verlängerungsleitung(en) oder der Wandsteckdose nicht korrekt funktionieren.
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Grundsätzlich besteht aber auch die Möglichkeit, daß mit dem PC alles in Ordnung ist, aber die Störung nicht vom PC ausgeht, sondern von diesem über die (einwandfreie) Erdung abgeleitet wird. Dann ist das Problem bei der Fritz!Box, deren Netzteil, einer fehlerhaften DSL- bzw. Telefonanschluß-Verkabelung oder den dafür benötigten Geräten (Splitter, NTBA / Starterbox) zu suchen. Dennoch beeinflußt der Ableitstrom (der nicht vorhanden sein sollte) das DSL-Signal.
Ein Telefonanschluß (TAE-Endpunkt) besteht üblicherweise aus einer Kupfer-Doppelader ("
a/b-Schnittstelle"), welche eine Schleife Vermittlungsstelle ->
a-Ader -> Kunden-Equipment ->
geerdete b-Ader -> Vermittlungsstelle bildet. Der Stromfluß ist in beiden Adern gleich; Störungen heben sich durch das Verdrillen der Adern (fast) vollständig auf.
Ist nun der Stromfluß in den Telefonadern unterschiedlich, weil ein Teil der Anschluß-Versorgungsspannung kundenseitig durch Erdung einen anderen Rückweg nimmt, heben sich Störungen NICHT mehr auf - das Resultat sind ständige Verbindungsabbrüche, niedrige Sync-Rate & schlechter Datendurchsatz, da gestört übertragene Datenpakete erneut übertragen werden müssen.
Interessanterweise ist bei einem DSL-Privatkunden der PC meist das einzige Gerät, was geerdet ist - fast alle Peripheriegeräte haben mittlerweile externe Netzteile, die eine vollständig ent-erdete Schutzkleinspannung an die Peripherie liefern. Das hat den Vorteil, daß eine elektrische Störspitze (Blitzeinschlag) meist nur das vergleichsweise billige Netzteil "tötet"; außerdem müssen die Geräte selbst nicht mehr an unterschiedliche Stromnetze und gesetzliche Sicherheitsanforderungen angepaßt werden.
Auch die Fritz!Box hat ein externes Netzteil, was bedeutet, daß das einzige Erdpotential über die b-Ader des Anschlusses an der Fritz!Box ankommt. Und selbst da sind bereits einige hundert Kabelmeter, etliche Verteilerknoten und durch elektrische Felder eingestreute Stör-Spannungen im Spiel. Letztere werden jedoch durch einwandfreie Verkabelung wie bereits beschrieben unterdrückt und haben kaum Auswirkungen.
Ist aber ein kleiner Defekt in einem DSL-Endgerät, kann das Erdpotential der b-Ader weitergereicht werden und über die Abschirmung der LAN-Ports auch den PC erreichen. Dann sucht sich ein Teil des Versorgungsstroms vom DSL-Anschluss einen anderen (Rück-) Weg - voila, Anschluß gestört.
Das gleiche Fehlerbild kann allerdings auch umgekehrt auftreten - wenn durch ein defektes Gerätenetzteil Teile der Netzspannung über Abschirmungen und letztendlich die b-Ader des DSL-Anschlusses in der Vermittlungsstelle geerdet werden. Auch das resultiert in unterschiedlichen Ströme in der a/b-Doppelader, wodurch Stör-Einstreuungen nicht mehr unterdrückt werden.
Deswegen habe ich hartnäckig nach externen Geräten (Festplatten mit eigenem Netzteil usw.) gefragt, weil ich genau das schonmal erlebt hatte: Die Störspannung ging vom Netzteil der Festplatte über das Notebook, dann über den Schirm des Netzwerkkabels auf die Fritz!Box und von dort aus in die Vermittlungsstelle. Das DSL-Signal war davon gar nicht begeistert.
Was kann man also selbst und als versierter Laie tun?
- Mittels Multimeter die korrekte Polarität der ankommenden a/b-Aderanschlüsse überprüfen (siehe "
a/b-Schnittstelle") und ggfs. Adern vertauschen.
- Falls eine Starterbox im Spiel ist: Diese benötigt den eigenen Stromanschluß nur, wenn entweder
- - mehr als ein Endgerät (Telefon) ohne eigene Stromversorgung angeschlossen wird oder
- - das angeschlossene Endgerät ohne zusätzliche Stromversorgung nicht funktioniert ("Notbetriebsfähigkeit").
- Die Verkabelung zwischen Starterbox bzw. Splitter+NTBA und Fritz!Box überprüfen:
Das mitgelieferte Y-Kabel kann defekt sein (Beschädigung, Steckerkontaktierung) - falls die Möglichkeit besteht, ein Ersatzkabel eines Bekannten auszuleihen, bitte ausprobieren.
- bei selbstgemachtem Y-Kabel (Originalkabel viel zu lang, zu kurz, defekt oder verschwunden):
- - Sind Adern vertauscht worden? -->
Verdrahtungsbeschreibung des AVM Y-Kabels.
Leider ist die AVM-Y-Kabel-Beschreibung unvollständig; es fehlen diverse Benennungen der ISDN- und DSL-Adern. Siehe Universal-Anschluß-Einheit - Anschalthinweis - S0-Bus (Telekom).
- - Sind die richtigen Adern miteinander verseilt? Die zusammengehörenden Adern (1 Adernpaar) sind wie folgt:
- - - a/b-Adern
- - - DSL-Adern
- - - ISDN 1a/1b
- - - ISDN 2a/2b
Bei Netzwerkkabeln besteht ein Adernpaar aus einer farbigen Ader und einer weißen Ader mit einem Farbstreifen derselben Farbe wie die farbige Ader. Bei schlechtem Licht besteht Verwechslungsgefahr zwischen grünen und blauen Aderkennzeichnungen.
- - Ist das Kabel und die Steckerkontaktierung einwandfrei?
Mögliche Fehler: Crimpung nicht sorgfältig gepreßt, Adern im Stecker unterschiedlich lang abgeschnitten.
- - Moderne Splitter, NTBA's und Starterboxen weisen (Feder-) Klemmen für einen festverdrahteten Anschluß auf. Wurden alle Kabel-Adern in die richtigen Klemmen angeschlossen? Siehe wieder
Verdrahtungsbeschreibung des AVM Y-Kabels in Kombination mit
Universal-Anschluß-Einheit - Anschalthinweis - S0-Bus (Telekom).
Weitere Beschreibungen zur Verkabelung zwischen Anschlußdosen und deren Belegung habe ich unter
http://www.onlinetrust.de/kab/ gefunden.
Ich hoffe, ich habe nichts vergessen

. Viel Spaß bei der weiteren Fehlersuche ...
Gruß
Hsishi