[Frage] Telefonleitung als Ethernetleitung benutzen?

Heval

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Hallo zusammen,

ich habe eine Frage: ein Freund von mir hat vor ca. 15 Jahren gebaut und vom Hausanschlussraum (wo gerade der Router der Glasfaser steht) ein 8 adriges Telefonleitung ins Wohnzimmer gelegt.

Nun hat er aber vom Hausanschlussraum aus, kaum Empfang vom Router. Die Telefonleitung ist wegen Einsparungen am falschen Ende, OHNE Leerrohr verlegt worden. Es ist absolut unmöglich, ein Netzwerkkabel zu verlegen.

Kann man die normale 8adrige Telefonleitung nutzen und an beiden Enden eine Netzwerkdose zu setzen? Der Weg vom Hausanschlussraum bis ins Wohnzimmer sind ca. 5 Meter.

Evtl. hat jemand einen Tipp, ob das möglich ist weil es eine kurze Strecke ist.

Vielen Dank.
 
Telefonkabel ist i.d.R. CAT-3 oder kleiner... Darüber lassen sich stabil fast nur 10MBit/s via 10Base-T übertragen. 100Base-T (100MBit/s) verursacht da meist schon einiges an Störungen, wäre aber gerade bei kurzen Strecken ein Versuch wert. Hierzu musst Du zwingend(!) einen 100MBit-Switch (keinen 100/1000MBit-Switch!) an die Leitung klemmen und erst von dort weiter verzweigen zu den anderen Geräten.
Die fantastischen bis zu 1000MBit, die Glasfaser zur Verfügung stellt, sind jedoch reine Utopie
Natürlich musst du auch hier drauf achten, für die Kontakte 1/2 und 3/6 jeweils die verseilten Doppeladern zu nehmen, an beiden Seiten auf eine Netzwerkdose zu klemmen und von dort mit kurzem Patchkabel auf die Fritzbox/Router und den Switch zu verbinden.
 
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Ja, das kann man. Wenn man dabei die passende Belegung wählt, sind über 4 Adern bis zu 100 Mbit/s möglich.
Danke für die Rückmeldung.

Kann ich auch mit den 8 Adern auch mehr als 100 erhalten, wenn ich die Verkabelung richtig angeschlossen habe? Zum Testen ob alles richtig angeschlossen ist, habe ich einen Netzwerktester.

Wir möchten den Router vom Hausanschlussraum weghaben und im Wohnzimmer platzieren. Vom Hausanschluss vom Fibre Twist die Telefonleitung nehmen und machen daraus die Ethernetleitung so dass das Signal vom FibreTwist im Fritzbox Router ankommt.

Vielen Dank für eure Antworten.
 
Kann ich auch mit den 8 Adern auch mehr als 100 erhalten, wenn ich die Verkabelung richtig angeschlossen habe?
Äußerst unwahrscheinlich, selbst bei 5 m Leitungslänge.
Zum Testen ob alles richtig angeschlossen ist, habe ich einen Netzwerktester.
Mit einem Netzwerktester kann man nicht feststellen, ob man die richtigen a-Adern in einer paarweise lagenverseilten Leitung beschaltet hat.
Das geht nur visuell.
 
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Kann ich auch mit den 8 Adern auch mehr als 100 erhalten, wenn ich die Verkabelung richtig angeschlossen habe? Zum Testen ob alles richtig angeschlossen ist, habe ich einen Netzwerktester.
Nein, denn die Datenrate ist zu hoch, das gibt nur Störungen. Mit "Netzwerktester" meinst Du sicherlich diese billigen Netzwerk-Kabel-Durchgangs-Tester, die Dir gerade mal aufzeigen, ob alle Adern korrekt aufgelegt sind. Die helfen nicht. Du brauchst einen echten Netzwerktester, der auch die Signalqualität jeder Ader mit Hochfrequenz testet. Die kosten aber auch 4stelliges Geld...
(Hättest Du solch einen, hättest du auch die Ahnung, damit umzugehen und die Erfahrung mit Netzwerken, sodass Du obiges hier nicht anfragen würdest ;))
 
Kann ich auch mit den 8 Adern auch mehr als 100 erhalten, wenn ich die Verkabelung richtig angeschlossen habe?
Probieren. Ist quasi Glückssache und vom Kabel (und auch primär dessen Länge) und natürlich auch der Kontakte/Verbindungen abhängig.

Ich selbst hatte mal keine Probleme über Jahre eine stabile 1GBase-T Verbindung über 20m J-YY Telefonkabel (aka Postkabel) zu realisieren (war ein 12-adriges, 8 Adern für 1GBase-T genutzt und die restlichen 4 für 100Base-T). Auf der einen Seite war es an einem Patchpanel aufgelegt und auf der anderen Seite eine UAE-Doppeldose. Zusätzlich mit 1x 2m Patchkabel (Patchpanelseite) und 1x 10m Patchkabel auf der UAE-Dosenseite.

J-YY ist aber eben auch schon das "bessere" Telefonkabel (also CAT3). Mit J-Y(St)Y (aka "Elektrikerkabel" ) kann das dagegen schon scheitern.
 
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@NDiIPP

Vielen Dank für die Rückmeldung. Dieses Gbase-T ist das das normale "Internet" oder muss man dann noch was an den PC´s oder Tablet´s einstellen?

Ich gehe ganz stark davon aus, dass es eine 0815 Telefonleitung sein wird im Form J-Y (ST)Y, kann ich mir aber nochmals ansehen.

Vielen Dank.
 
Dieses Gbase-T ist das das normale "Internet"
Das "normale Internet" gibt's nicht - das ist das "normale" Gigabit-Netzwerk, also 1000Base-T oder 1GBase-T genannt, was heute den normale Ausbauzustand des LANs darstellt. Wie schnell die Anbindung ans Internet ist, liegt nicht am hausinternen Netzwerk sondern am Vertrag mit dem Provider
 
Es ist absolut unmöglich, ein Netzwerkkabel zu verlegen.
Das möchte ich bezweifeln.
Eventuell eine Glasfaserverlängerung unter Beachtung der Biegeradien oder ein entsprechendes Netzwerkkabel mit eventuell notwendigem Umweg.
 
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Noch einmal hierzu:
Dieses Gbase-T ist das das normale "Internet"
Wenn Du vom ONT (der besagte Glasfaserumsetzer auf Netzwerkkabel) ein Kabel ins Wohnzimmer legen willst, um erst dort den Router anzuschließen - diese Teile (zumindest alle, die ich bisher in die Finger bekommen habe) haben ausschließlich 1000Base-T und damit wirst du zu 99% Schiffbruch erleiden, wenn Du dieses Signal über eine Telefonleitung in einen anderen Raum verlängerst.
Da würde ich den Vorschlag von @q12345678 zumindest ansatzweise in Erwägung ziehen - wenn nicht ins Wohnzimmer, dann vielleicht in den Flur oder einen anderen Raum verlängern, von wo man dann besser das LAN und WLAN verteilen kann
 
Hallo,
dies setzen wir gerne bei Zweidraht-Leitungen ein:
Allnet BM300+BM310

Haben durchweg gute Erfahrungen damit.

Gruß S
 
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@Heval verfolge mal diesen Thread:
Vielleicht ist das ja eine Chance da das letzte aus der Leitung zu quetschen, wenn es denn wenigstens CAT3- Kabel ist, was da verlegt wurde.
Dort wird die "devolo Giga Bridge Phoneline" genutzt. Mal schauen,. was die an Durchsatz bringt...
 
Hallo,
dies setzen wir gerne bei Zweidraht-Leitungen ein:
Allnet BM300+BM310
Servus.

@schwester:
Meine ehemaligen Kollegen die noch aktiv im TK/IT Umfeld aktiv sind, setzen die Allnet Dinger in Sonderfällen ebenfalls ein und sind durchaus zufrieden. Danke für den Tipp!

@rest
Ich hole etwas aus, aber der Beitrag hat mich aus meiner Erfahrung im privaten Bekanntenkreis etwas "getriggert".

Grundsätzlich muss ich bezogen auf den Anfangs Thread wirklich den Kopf schütteln was vor 15 Jahren noch in Neubauten verbaut worden ist. (keine Kritik an den Bauherren aber eher an die beratende Elektriker Fraktion).
2010 war ISDN schon tot und VoIP "state of the art", oder habe ich was falsch in Erinnerung?

Ich selbst habe vor 16 Jahren saniert und in jeden Raum diverse Leerrohre gezogen und tlws. mit Cat Leitungen bestückt. Aber evtl. habe ich ja eine falsche Sichtweise als gelernter IT-SE der Anfang der 2000er gelernt hat.

Parallel zu unserer Sanierung hatte ich einen Bekannten der im gleichen Dorf einen nicht günstigen Neubau hingesetzt hat, dort hat es wirklich eine Weile gedauert bis ich ihn als Bauherren und den dahinterstehenden "bekannten Hauselektriker" überzeugen konnte wenigstens in einige Räume eine Cat7 Leitung zu setzen.
Die Leitungen wurden ebenfalls fest verlegt, einen Abschluss gab es weder in den Räumen noch im Keller, das Zeug hing einfach aus den Wänden bzw. von der Decke.
Räume wie Flure oder das Wohnzimmer (die Wand wo die Coax Sat Leitungen rauskamen), haben kein Ethernet bekommen. Jahre danach wurde ich dann gefragt (nicht mehr der Elektriker) wie man denn den SmartTV denn ins Internet bekommt.

Vor 5 Jahren als dieser Bekannte (er hatte weiterhin diesen Hauselektriker) eine andere Immobilie für die Tochter saniert hat, wurde ich nach meiner "Expertenmeinung" gefragt. Die Empfehlung gewisse Leerrohre sternförmig im Mehr-Generationen-Haus ab Keller bis in die neu entstandenen Wohnungen zu ziehen wurden vom "Hauselektriker" grinsend abgelehnt , sinngemäß wären ja Leerrohre ein heftiger Aufwand und man bräuchte das nicht.

Ein anderer Bekannter der Mitte der 2000er neu gebaut hat:
Hier wurde vom Elektriker das ganze Haus zwar mit Leerrohren versorgt, in denen die J-Y (ST)Y schön sternförmig(dann in den Etagen fortgeführt) die ISDN Busse verdrahtet worden sind.
Aber: Es war niemals eine ISDN Anlage verbaut worden, es gab immer nur ein schönes Gigaset an der TAE im Erdgeschoss und später am Speedport welches dort steckte.
Als die Kinder dann Teenager wurden, kam dann die Anfrage: Kannst Du uns nicht in jeden Raum mit "Leerrohr und Dose" "internet" realisieren.
Es liegen schon Leitungen in Leerrohren hieß es....
Resümee von der Geschichte: Alle diese Telefonleitungen waren als S0 Bus im Haus verdrahtet, ein Austausch der Leitungen an sich nicht realisierbar da die Biegeradien der Leerrohre im Estrich nicht eingehalten und "fest" in den Leerrohren. Teilweise ist Ausgleichsschütung in die Leerrohre und hat die Kabel blockiert.
Es blieb nur der Mißbrauch der bestehenden Kabel fürs Ethernet.
Toi toi toi läuft das seit paar Jahren......


Um zum eigentlichen Thema zurückzukommen:


@Heval:
Viel Erfolg mit den Tipps die Du hier bekommst. Aber wenn es halt nicht weiter geht mit der Telefonverdrahtung, überleg doch einfach im Zuge einer Renovierung (nach 15 Jahren ist das schon durchaus nötig) ob Du wenigstens vom Keller in die einzelnen Etagen ein Leerrohr bekommst.
So Renovierungen werden bei der besseren Hälfte oftmals als ganz gut befunden, neuer Anstrich und so.....und wo gehobelt wird...

Q
 
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Die Frage ist grundsätzlich, ob es sich um "Eigentum" oder "Mietsache" handelt.
Bei ersterem kann man im Rahmen einer Komplettrenovierung durchaus über Leitungsmodernisierung reden. Gut geplant hält sich der Mehraufwand in Grenzen.

Wenn beispielsweise über eine neue Außendämmung nachgedacht wird, kann man die neuen Leitungen in Leerrohren auf der jetzigen Außenhaut und in der zukünftigen Dämmung realisieren. Das geht sogar bei Mietsachen - aus Sicht der Vermieter kann die Ertüchtigung für Glasfaser eine Wertsteigerung bedeuten.

Was den von Qbaah beschriebenen Hauselektriker des Bekannten angeht ... der ist wohl im letzten Jahrtausend hängengeblieben. Der Aufwand "Leerrohre verlegen" ist derselbe wie "Telefonkabel verlegen", nur zukunftssicherer, und bei einer Durchführung während einer Sanierung um einiges billiger als später.
Wenn er darauf spekuliert hat, dass in ein paar Jahren derselbe Kunde nochmal ankommt mit dem Auftrag die Wände aufzureißen, um Elektriker-Telefonkabel gegen Cat.7-Kabel oder (hoffentlich) Leerrohre mit Kabeln zu tauschen, hoffe ich dass er dann genug Mitarbeiter und Kunden hat, die die erneute Arbeit auch bezahlen wollen.

MMn. ist die Leerrohr-Verkabelung von "Mitte der 2000er Jahre" mangelhaft durchgeführt worden ... da wurde versäumt die Kabel einfach mal versucht zu bewegen ("Zieh mal dran - läßt es sich hin- und herziehen?"). Aber jetzt noch jemandem einen Strick daraus drehen wollen ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Diese Mini-DSL-Modems sind was Feines. Das eine Gerät versorgt das Gerät am anderen Ende auch mit Strom?
 
Wenn beispielsweise über eine neue Außendämmung nachgedacht wird, kann man die neuen Leitungen in Leerrohren auf der jetzigen Außenhaut und in der zukünftigen Dämmung realisieren. Das geht sogar bei Mietsachen - aus Sicht der Vermieter kann die Ertüchtigung für Glasfaser eine Wertsteigerung bedeuten.
Wo ein Wille ist, findet sich immer ein Weg. Beim ersten Netzausbau hat man oft den Sternvierer / das Telefonkabel ganz ohne Dämmung an der Fassade hochgezogen. Das hängt heute noch sichtbar draußen.

Das Thema lautet "Telefonleitung als Ethernetleitung benutzen?" und wurde anderslautend vielfach beackert. Z.B. mit Details zur Leitungslänge von 35-50m, nach Standard sind es max.100m, also keine echte Einschränkung.
https://www.ip-phone-forum.de/threads/tae-dosen-in-netzwerkdosen-umwandeln.322340/#post-2597507
https://www.ip-phone-forum.de/threa...kwerke-mit-lan-versorgen.320927/#post-2586862
Alle diese kreativen Lösungen erfordern immer Mut und Eigeninitiative des Bewohners (ob Mieter oder Eigentümer). Zur Frage "shielded or unshielded ?" meint die KI: Twisted-Pair-Kabel gibt es als ungeschirmte (UTP) und geschirmte (STP) Varianten, wobei UTP-Kabel kostengünstiger und flexibler sind, aber anfälliger für elektromagnetische Störungen, die durch die fehlende Schirmung verursacht werden.

Kann ich auch mit den 8 Adern auch mehr als 100 erhalten, wenn ich die Verkabelung richtig angeschlossen habe?
Ja! 2x100 oder gar 1x1000, letzteres habe ich noch nicht ausprobiert. Für den Versuch wäre ich zuversichtlich. Denn der tatsächliche Unterschied im Standard sind 8 statt 4 Litzen im twisted pair; Standard 1000Base-T oder 100Base-TX ? Vom Grundsatz her, ist Gigabit-Ethernet für den Einsatz mit CAT5-Leitungen ausgelegt. Doch CAT5 ist nicht gleich CAT5. Berichte bitte vom Ergebnis bei d"einem Freund". Ob es 1x1000Base-T oder 2x100Base-TX geworden ist? Danke.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ein "Elektrikerkabel" mit 8 Adern verwendet wurde, handelt es sich meist sogar um ein Vier-Doppeladern-Kabel, d.h. gleichem Aufbau wie Cat-Kabel. Die Leitungsdämpfung ist aufgrund der Isolierung (PVC) nicht für hohe Frequenzen ausgelegt, es könnte aber ausreichen.

Beim Anschließen muß man aber auf die korrekte Paarung in den CAT-Dosen achten.

Schade, daß die Ethernet-Standards keine Zwischengeschwindigkeiten vorsehen; bspw. könnte die Leitung gut genug sein für 200 oder 300 MBit/s, aber es gibt nur 100 und dann 1000.
 
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Mit 8 Adern kommt @Heval vielleicht auf einen Zwischenwert: 8 = 2x 4 Adern
2x 100 Mbit/s im Erdgeschoss, das reicht
für 1x für eine FritzBox im IP-Client-Modus als Accesspoint
und 1x für den PC im home office am LAN-Kabel.
Dafür braucht Heval nicht einmal einen Switch im Keller.

[EDIT, Nachtrag:] gerade gelesen ... meine Zuversicht wird
hier anderslautend: "Modernisierungskonzept ISDN zu VOIP Nebenstellen und Tür" bestätigt.
Interessehalber habe ich so hier mal ein langes ungenutztes verlegtes Elektrikerkabel 8adrig im Haus so getestet und direkt sogar Gigabit drüber machen können.
 
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