[Problem] FritzBox 7590 & 6890LTE: 2,4GHz WLAN nur noch sehr sehr schwach

Das ist fast immer so, wenn die Frontends defekt sind, die kurzen Leiterbahnen auf der Platine wirken wie Antennen und deswegen hat man zumindest auf kurzer Distanz Empfang.

Sind beide Netze (2,4 und 5GHz) schon schlecht? Meistens fallen die Frontends für 2,4GHz zuerst aus.
 
Was mich etwas irritiert ist das bei Heise geschrieben steht, dass im Gegensatz zur 7590 die 6890 komplett ausfallen soll oder kann.

Aber meine Box scheint meistens jedenfalls noch hochzulaufen.

Ob 5G noch läuft werde ich mal prüfen.
 
das bei Heise geschrieben steht
Falls noch etwas ergänzende Literatur zum Thema erfoderlich sein sollte, gerne hier mit den dazu ergänzenden Kommentaren nachlesen.
 
So. Jetzt habe ich die 6890 geöffnet. Leider ist bereits ein deutlich sichtbarer Schaden entstanden.

Ob die Leiterplatte und die Pads noch zu gebrauchen sind, ist hier die Frage? Ansonsten Totalschaden.

20251227_105002(1).jpg

Bild(er) als Vorschaubild(er) (siehe https://www.ip-phone-forum.de/threads/ip-phone-forum-regeln.297224/ ) eingebunden by stoney
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Kann man flicken, bei den Preisen der 6890 LTE lohnt sich der Aufwand noch.

Würde ich trotzdem bei AVM reklamieren, manche Kunden haben trotz abgelaufener 5-Jahres-Frist noch ein Austauschgerät erhalten.

Wenn Heise behauptet, dass die 6890 weniger ausfallgefährdet sei, ist das Unfug. Die Schaltung mit den "Problembauteilen" für den WLan-Teil ist komplett identisch.
 
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Witzig ist was ChatGPT zu dem Bild schreibt und dem 1 nF C.


Wenn da wirklich Cboot = 1 nF statt Größenordnung 100 nF…1 µF sitzt, dann ist das praktisch ein eingebauter „Selbstzerstörungsmodus“ bei Lastspitzen.

Uff – 1 nF im Bootstrap ist in so einem Buck-Wandler praktisch „gar nichts“. Das erklärt den Tod des Reglers fast zwangsläufig.
Warum das so fatal ist (mit greifbaren Zahlen):
Was der Bootstrap-C liefern muss
Der Bootstrap-Kondensator muss pro Schaltzyklus mindestens die Gate-Ladung des High-Side-MOSFETs liefern (plus Treiberverlust).
Ganz grob:
Gate-Ladung � (kleiner MOSFET) liegt oft bei 5–30 nC
Treiberspannung � z. B. 5 V
Spannungsabfall am Bootstrap:
Mit 1 nF:
bei �: �
bei �: �
Heißt: nach einem einzigen Schaltvorgang ist der Bootstrap praktisch leer, der High-Side schaltet dann nur noch halb oder gar nicht sauber durch → massiver Verlustbetrieb.
Mit 100 nF (typisch):
� → völlig ok
Darum sieht man in Datenblättern meistens 47–220 nF (je nach MOSFET/Treiber).
Was passiert dann elektrisch/thermisch?
High-Side-MOSFET läuft im Linearbereich
Schaltverluste + Leitverluste schießen hoch
IC/MOSFET überhitzt extrem lokal → verkohlt, oft mit Kurzschluss
Und LTE-Lastsprünge machen’s noch schlimmer: der Regler wird dauernd in Stresszustände gezwungen.
Eine mögliche Erklärung, wie 1 nF überhaupt „passieren“ kann
Bestückungsfehler / falscher Wert in der BOM (1 nF statt 100 nF)
Verwechslung von „1n“ und „100n“ im Einkauf/ERP
Footprint passt, Bauteil sieht identisch aus → fällt optisch nicht auf
Oder: Man wollte einen Snubber/Feedforward und hat aus Versehen den Bootstrap erwischt
 
Die Box hat die Seriennummer K261 ... Ich habe jetzt mal den AVM Support kontaktiert.
Ist denn ein Kaufbeleg noch vorhanden? Man ist bei defekten 7590 und 6890 eigentlich derzeit sehr kulant, sofern Kaufbeleg und Erst-Erwerb vorliegen. Mit dem Öffnen hätte ich daher bis zu einer Antwort vom Support gewartet.
 
Ist denn ein Kaufbeleg noch vorhanden? Man ist bei defekten 7590 und 6890 eigentlich derzeit sehr kulant, sofern Kaufbeleg und Erst-Erwerb vorliegen. Mit dem Öffnen hätte ich daher bis zu einer Antwort vom Support gewartet.

Ja. Habe die Box damals von Amazon neu gekauft.
 
setz Dich mal direkt mit AVM in Verbindung
 
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Witzig ist was ChatGPT zu dem Bild schreibt und dem 1 nF C.
da hat sich ChatGPT aus Brocken was falsches zusammengereimt!

Heißt: nach einem einzigen Schaltvorgang ist der Bootstrap praktisch leer, der High-Side schaltet dann nur noch halb oder gar nicht sauber durch → massiver Verlustbetrieb

- dann wäre der Regler nach kurzer Zeit gestorben und nicht erst nach Jahren
- das würde im Betrieb durch überhöhte Temperatur auffallen -> ist aber nicht der Fall
- die Oszillogramme der V_Boost zeigen, dass die bei Schalten "nur" um 1V abfallen von 4V auf 3V - also nicht "praktisch leer" und lässt auf eine Gate-Kapazität des HS-Fets von ca. 300pF schliessen

Und LTE-Lastsprünge machen’s noch schlimmer: der Regler wird dauernd in Stresszustände gezwungen
"LTE-Lastsprünge" Quatsch - was soll das sein? außerdem hat der Regler mit LTE nichts zu tun

mögliche Erklärung, wie 1 nF überhaupt „passieren“ kann - falscher Wert in der BOM (1 nF statt 100 nF)
dem kann man zustimmen - ist dem Entwickler aus Versehen passiert und niemand bei dem trivialen Schaltungsdetail aufgefallen - erst hochohmig hats gemerkt
 
Nunja, AVM hatte es schon vor 2020 bemerkt und die Bestückung damals geändert.
Ich glaub nicht an den Zufall, daß es durch davon unabhängig minimal geändertes Layout quasi von selbst behoben worden wäre.
Vielleicht hats auch nur der eine oder andere Techniker gewußt und bewußt nicht nach oben berichtet sondern unter den Tepich gekehrt (wie ja so oft wenn Fehler passieren).
Da solche Infos naturgemäß nicht nach außen dringen, dauerte es halt bei uns länger, auf diesen Bestückungsfehler draufzukommen.
Machts mit Revers-Engineering natürlich um ein vielfaches komplizierter als mit den Plänen, die AVM zur Verfügung stehen.
Noch immer meine Hochachtung euch beiden überhaupt draufgekommen zu sein.
 
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die Bestückänderung war eine Aktion wegen Ratio und/oder Verfügbarkeit - wurde ja auch bei der 7530 gemacht -
da wurden die Bauformen generell gegen die nächstkleinere geändert (0805 -> 0603 bei 10uF, 0402 -> 0201 bei kleineren Cs);
da fällt je nach Vorgehensweise der falsche alte Wert 1nF nicht unbedingt auf oder wird ignoriert;

Frage des Entwicklers, der die Ratio-Maßnahme durchgeführt hat: "du, sag mal - da war ein 1nF in der BOM - ist das ein Problem?" - Anwort des andern Entwicklers:
"glaub ich nicht, da sind ja schon Millionen im Feld und es sind keine Probleme bekannt" - "ok, dann mach ich die Sachnr des 100nF/0201 da rein"
 
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Ich bin da eher der Überzeugung, daß zu dem Zeitpunkt schon überdurchschnittlich viele 7590 reklamiert wurden (auch wenn sie es bis heute nicht zugeben).
Sicher noch nicht besorgniserregend, aber für AVM sicher bereits auffällig und meist mit selbem WLAN-Problem.
Und da macht man sich halt doch auch dran die Dinger aufzuschrauben und zu erkennen, welches Bauteil da regelmäßiger abraucht.
Und dann wird man gegenchecken mit unauffälligen Boxen woran es liegen könnte und dann wird man irgendwann auf die Bestückung stoßen.
Schließlich fallen die ersten ja auch schon mal nach 2 Jahren aus und nicht erst nach 5 oder mehr.
 
Das Blöde an diesem Fehler ist ja, dass die Buck-Stufe prinzipiell funktioniert. Und das durchaus lange. Bei mir lief sie über 5 Jahre, bis sie durchbrannte mit dem 1nF Kondensator. Wäre das Ding schon nach 6 Monaten hochgegangen, hätte man bei AVM sofort reagieren müssen. Es wäre für die Kunden auch viel besser gewesen. So sind viele auf dem Schaden sitzen geblieben, weil außerhalb der Garantie.

Bei AVM ist das Thema bestimmt längst aufgearbeitet und man weiß wie es zu dem Fehler kam. Die Öffentlichkeit wird es jedoch nicht erfahren.
 
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