Uff – 1 nF im Bootstrap ist in so einem Buck-Wandler praktisch „gar nichts“. Das erklärt den Tod des Reglers fast zwangsläufig.
Warum das so fatal ist (mit greifbaren Zahlen):
Was der Bootstrap-C liefern muss
Der Bootstrap-Kondensator muss pro Schaltzyklus mindestens die Gate-Ladung des High-Side-MOSFETs liefern (plus Treiberverlust).
Ganz grob:
Gate-Ladung � (kleiner MOSFET) liegt oft bei 5–30 nC
Treiberspannung � z. B. 5 V
Spannungsabfall am Bootstrap:
Mit 1 nF:
bei �: �
bei �: �
Heißt: nach einem einzigen Schaltvorgang ist der Bootstrap praktisch leer, der High-Side schaltet dann nur noch halb oder gar nicht sauber durch → massiver Verlustbetrieb.
Mit 100 nF (typisch):
� → völlig ok
Darum sieht man in Datenblättern meistens 47–220 nF (je nach MOSFET/Treiber).
Was passiert dann elektrisch/thermisch?
High-Side-MOSFET läuft im Linearbereich
Schaltverluste + Leitverluste schießen hoch
IC/MOSFET überhitzt extrem lokal → verkohlt, oft mit Kurzschluss
Und LTE-Lastsprünge machen’s noch schlimmer: der Regler wird dauernd in Stresszustände gezwungen.
Eine mögliche Erklärung, wie 1 nF überhaupt „passieren“ kann
Bestückungsfehler / falscher Wert in der BOM (1 nF statt 100 nF)
Verwechslung von „1n“ und „100n“ im Einkauf/ERP
Footprint passt, Bauteil sieht identisch aus → fällt optisch nicht auf
Oder: Man wollte einen Snubber/Feedforward und hat aus Versehen den Bootstrap erwischt