Man muss auch ab und an arbeiten und hat keine Zeit immer alles so lang zu schreiben. Grade am Handy ist das nicht immer so einfach.
Alles gut.
Nachtrag
Kernel-Sprung bei AVM: Der Umstieg von 4.4.271 auf 5.4.213 – aktuelle Entwicklungen
In den letzten Monaten verdichten sich die Hinweise, dass AVM einen grundlegenden Wechsel in der Kernel-Basis seiner Geräte durchführt. Konkret geht es um den Schritt vom bewährten, aber veralteten Kernel 4.4.271 hin zum deutlich moderneren Kernel 5.4.213, der als Long-Term-Support-Version (LTS) gilt und unter anderem Sicherheits-, Stabilitäts- und Treiberverbesserungen mit sich bringt.
Diese Entwicklung ist weit mehr als nur ein internes Detail – sie hat große Auswirkungen auf Kompatibilität, Leistung, Sicherheit und künftige Funktionserweiterungen. Besonders interessant: AVM geht diesen Schritt nicht bei allen Geräten gleichzeitig, sondern sehr gezielt – mit teils internen Tests, Inhaus-Versionen und schrittweiser Integration in neuere Modelle.
Geräte mit Kernel-Wechsel von 4.4.271 auf 5.4.213
Folgende AVM-Geräte befinden sich aktuell im Übergang oder haben bereits mit Inhaus-/Labor-Firmwares einen Sprung auf Kernel 5.4.213 vollzogen. Teilweise liegen erste Hinweise oder Build-Leaks schon seit Anfang Mai 2025 vor:
Modell Stand / Hinweise
Smart Gateway Seit ca. 05.05.2025 erste Hinweise auf neue Kernel-Basis
FRITZ!Repeater 1200 AX Erste Infos und interne Builds seit Juli 2025, erste Firmware-Änderungen beobachtet
FRITZ!Repeater 3000 AX Laut Forum bereits Labor-/Inhaus-Firmwares mit Kernel 5.4 im Umlauf
FRITZ!Box 4050 Sollte laut mehreren Quellen ebenfalls bereits Inhaus-/Labor-Builds mit Kernel 5.4 haben
FRITZ!Box 4060 Mehrere Nutzer berichten über Tests mit Kernel 5.4-Versionen
FRITZ!Box 6000 Auch hier seit Juli 2025 erste Hinweise auf einen Kernel-Wechsel
FRITZ!Box 6860 5G In Labor-Versionen bereits mit Kernel 5.4.213 gesichtet
FRITZ!Box 7510 Inhaus-/Labor-Firmwares enthalten laut Analysen den neuen Kernel
Diese Geräte begannen ihre Laufbahn mit Kernel 4.4.271, erhalten jedoch nun nach und nach neue Firmware-Stände, die auf 5.4.213 umgestellt wurden – teilweise nur für bestimmte Plattformzweige oder in Kombination mit CPU-Treiberaktualisierungen.

Geräte, die seit Einführung Kernel 5.4.213 verwenden
Einige aktuelle Gerätegenerationen wurden bereits direkt mit Kernel 5.4.213 ausgeliefert – sie gehören zu den modernsten Plattformen von AVM:
Modell Besonderheiten
FRITZ!Box 5690 Neue Highend-Box mit SFP+/DSL und 2,5Gbit LAN, Kernel 5.4.213 von Anfang an
FRITZ!Repeater 7682 Starker Wi-Fi 6 Repeater, direkt mit Kernel 5.4 ausgeliefert
FRITZ!Box 7690 AVMs neues Topmodell, ebenso ab Werk mit Kernel 5.4.213
Diese Geräte setzen vollständig auf die modernere Kernel-Basis, inklusive angepasster AVM-Treiberarchitektur, überarbeiteter Netzwerkstack und angepasster QoS-/WLAN-Kontrollmechanismen.

Warum ist der Kernel-Wechsel relevant?
Ein Kernel-Update bedeutet in der Linux-Welt immer weitreichende Veränderungen – besonders bei eingebetteten Systemen wie Routern:
Bessere Hardwareunterstützung (neue CPU-Typen, Wi-Fi-Chipsätze, SFP+, USB 3.x)
Moderne Sicherheitsfeatures wie SELinux-Verbesserungen, Lockdown-Mechanismen oder Spectre-/Meltdown-Fixes
Aktuelle Netzwerkprotokolle und -stacks
Stabilere SMP-Verarbeitung für Multicore-Systeme
Längere Wartbarkeit dank LTS-Support (Kernel 5.4 wird noch bis mindestens 2025 gepflegt)
Insbesondere im Zusammenspiel mit neuen SOCs (z. B. Qualcomm IPQ5018, Intel GRX550 oder Broadcom BCM6756) ist Kernel 5.4 oft Voraussetzung, damit wichtige Treiber überhaupt integriert werden können.
️ AVMs Eigenheiten im Kernel – ein Sonderfall
Anders als viele andere Hersteller verwendet AVM keine "reinen" Linux-Kernel, sondern passt die Kernel-Basis umfangreich an die eigene Architektur und Philosophie an. Das bedeutet konkret:
AVM entfernt regelmäßig Standard-Module oder deaktiviert sie im Build-Prozess (z. B. Filesysteme, Debug-Optionen, unbenötigte Protokolle)
Zahlreiche Module stammen aus eigener Entwicklung: z. B. avmnet, avm_event, dsl_dcd, avm_traffic, dsld_hook
Der WLAN-Stack basiert nicht auf dem Linux-Mainline-Stack, sondern auf angepassten Treibern für Broadcom oder QCA-Chipsätze (z. B. wl, ifxwifi, ath11k)
QoS, Mesh, DECT, TR-069 und IPv6-Anbindung sind mit AVM-spezifischen Erweiterungen verknüpft
In den GPL-Diffs von AVM lassen sich oft Hunderte von Kernel-Patches finden, die direkt auf Kernel 5.4.213 aufsetzen
Daher gilt: Auch wenn ein Gerät „offiziell“ Kernel 5.4.213 nutzt, handelt es sich um eine stark modifizierte Fassung, die nicht direkt vergleichbar mit dem Standard-Kernel ist.
Fazit
Der Übergang von Kernel 4.4.271 auf 5.4.213 ist ein bedeutender technischer Schritt bei AVM – sowohl aus Sicht der Stabilität als auch hinsichtlich der langfristigen Unterstützung neuer Hardware und Technologien. Während einige Geräte diesen Sprung schon hinter sich haben, befinden sich viele andere noch mitten im Prozess – meist erkennbar an Inhaus- oder Laborversionen.
Gleichzeitig bleibt zu beachten, dass AVM im Kernel-Bereich einen sehr eigenen Weg geht, mit vielen internen Änderungen, angepassten Modulen und proprietären Erweiterungen. Diese sind wichtig, um spezielle Funktionen wie Mesh, Telefonie, DECT oder DSL exakt an die Hardware und Dienste von AVM anzupassen.